Arizona

Saguaro National Park: Im Zeichen des Kaktus

Die Wahrzeichen-Kakteen von Arizona

Die riesigen Kakteen mit ihren ausladenden Armen im Schatten der untergehenden Sonne: In den meisten Fällen wird mit diesem Bild der Saguaro-Kaktus abgebildet, denn er ist das bekannteste Symbol des amerikanischen Westens. Vielen ist allerdings nicht klar, dass diese majestätischen Pflanzen, die nur in einem kleinen Teil der USA vorkommen, besonders streng geschützt sind. Der Diebstahl einer lebendigen Pflanze – oder auch nur eines Teils davon – werden mit empfindlichen Geldstrafen geahndet.

Der Saguaro National Park ist die Heimat dieses außergewöhnlichen Saguaro-Kaktus. Bis zu 250 Jahre alt kann die Pflanze, die von Ende Mai bis Juli wunderschöne weiße, wachsartige Blüten trägt, werden. Im Juli/August trägt die Pflanze dann Früchte, die übrigens nicht nur von den Tieren, sondern auch von den Indianern sehr gerne verzehrt werden. Die Zubereitung zum menschlichen Verzehr ist allerdings nicht ganz einfach.

Der Saguaro ist übrigens die Staatsblume von Arizona.

Saguaro National Park Informationen

Lage und Größe Der Saguaro National Park in der Sonora Wüste besteht aus zwei Teilen, Saguaro West und der viel größere Saguaro Ost. Die beiden Parks liegen, durch die Stadt Tucson getrennt, ungefähr 50 km voneinander entfernt. Die Gesamtfläche beider Parks beträgt 370 km².

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Anreise mit dem Flugzeug
Flug nach Phoenix (PHX), oder Tucson (TUS)

mit Auto, Motorrad oder Bus von der I-10: Saguaro West

  • Von der I-10 Richtung Osten gibt es ein Hinweisschild an der Ausfahrt Nr. 242 zur Avra Valley Road
  • dann 8 Kilometer westlich auf Avra Valley Road zur Sandario Road (links auf die Sandario Road abbiegen)
  • anschließend 14,5 km südlich auf der Sandario Road zur Kinney Road (links auf die Kinney Road)
  • Das Besucherzentrum ist befindet sich nach 3 km auf der linken Seite der Straße

Saguaro Ost

  • Die I-10 an der Ausfahrt Nr. 275 (Houghton Road) verlassen,
  • anschließend 15 km Richtung Norden zum Old Spanish Trail
  • rechts abbiegen
  • Am Old Spanish Trail 5 km in südöstlich Richtung. Der Parkeingang befindet sich auf der linken Seite der Straße.

Öffnungszeiten und Saisonzeiten
Sowohl Saguaro West als auch Saguaro Ost sind täglich von Sonnenaufgang (in der Regel von 07:00 Uhr) bis Sonnenuntergang geöffnet.

Besucherzentren
Beide Parks verfügen über ein Besucherzentrum, das jeweils von 09:00 bis 17:00 Uhr geöffnet ist.

Im Red Hills Besucher-Zentrum in Saguaro West findet man Beschreibungen vom Park und den Wanderwegen, sowie Bücher, Karten, Ausstellungen von Pflanzen und Tieren und Film-Vorführungen.

Auch im Visitor Center in Saguaro Ost findet man Bücher, Broschüren, Karten für Wanderwege und Reiseführer. Es gibt Ausstellungen und Dia-Vorführungen über die Saguaros und die Sonora -Wüste. Das Besucher Zentrum ist täglich geöffnet, außer am Weihnachtstag.

Eintrittspreise
Der Eintritt gilt an 7 Tagen und für beide Teile des Saguaro National Parks: USD 15 für jedes private Fahrzeug, USD 10 für ein Motorrad und USD 5 für jede Person, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad den Nationalpark betritt. Kein Eintritt für Kinder unter 15 Jahren.

America the Beautiful Annual Pass
Der Jahrespass kostet USD 80 und erlaubt ab Kaufdatum für ein Jahr den Besuch von über 2.000 US-Bundes-Erholungsgebieten und Nationalparks. Die Eintrittsgebühr gilt für den Fahrer und alle Passagiere eines privaten, nicht kommerziellen Fahrzeugs (bzw. bis insgesamt max. 4 Erwachsene, wenn Eintrittsgebühren pro Person verlangt werden). Kinder unter 16 Jahren sind frei. Ab dem Besuch von mehr als 4 Nationalparks lohnt sich meist der Kauf des America the Beautiful Annual Pass. Der Pass kann in vielen Geschäften in den USA gekauft werden und ist vorab auch bei verschiedenen Reiseveranstaltern erhältlich.

Campgrounds
In keinem der Parks gibt es Campingplätze oder Unterkünfte.

Klima und Wetter
Am angenehmsten ist das Wüstenklima zwischen Oktober und April. Während dieser Zeit liegen die Tagestemperaturen zwischen 16° und 22° C. Die Nachttemperaturen können allerdings unter den Gefrierpunkt fallen. Die heißeste Zeit ist zwischen Mai und September. Die Tageshöchstwerte können auf über 40° C steigen, während sie in der Nacht auf 16° C sinken können, in den Rincon Bergen sogar noch tiefer. Es gibt zwei Regenzeiten: Von Juli bis September gibt es kurze aber heftige Gewitter mit starken Regenfällen. Von November bis März ist manchmal leichter Regen möglich, aber im Allgemeinen ist es sonnig.

Durchschnittstemperaturen im Saguaro National Park in °C
Monat Jan Feb Mar Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Höchstwerte 18 20 23 27 32 38 37 36 34 29 23 18
Tiefstwerte 4 5 7 10 15 20 23 22 20 14 7 4
Durchschnittstemperaturen im Saguaro National Park in °C
Monat Jan Feb Mar Apr Mai Jun
Höchstwerte 18 20 23 27 32 38
Tiefstwerte 4 5 7 10 15 20
Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Höchstwerte 37 36 34 29 23 18
Tiefstwerte 23 22 20 14 7 4

Saguaro West

Panoramarundfahrt
Der 10 km lange “Bajada Loop” beginnt 2 km nordwestlich vom Red Hills Besucher-Zentrum. Die Rundfahrt führt durch einen dichten Saguaro Wald auf einer nicht asphaltierten, aber gut befahrbaren Straße

Wanderwege
Eine Wanderung in Saguaro West kann ein kurzer Spaziergang auf einem Naturweg oder eine Tageswanderung in die Wildnis sein. Innerhalb von 1,5 km vom Besucher-Zentrum befinden sich zwei Naturwege. Der “Cactus Garden Trail” ist ein kurzer, ebener und asphaltierter Gehweg, der von vielen Wüstenpflanzen gesäumt wird.

Der “Desert Discovery Nature Trail” windet sich ungefähr 750 m an den sanft abfallenden Bajadas am Fuß des Tucson-Gebirges entlang. Der rund 1 km lange “Valley View Overlook Trail” bietet einen spektakulären Ausblick auf die Berge, die Wüste und auf die ausgedehnten Saguaro-Wälder.

Längere Wanderwege führen in die Wildnis der Tucson Berge und deren Vorgebirge. Da sich die Wege kreuzen, kann man die Wanderung beliebig verkürzen oder verlängern. Picknickplätze Entlang der Parkstraße gibt es vier Picknickplätze. Ein weiterer kann nur durch einen Wanderweg erreicht werden.

Sehenswürdigkeiten
Südlich von Saguaro West befindet sich das “Arizona Sonora Desert” Museum mit über 200 lebenden Wüstentieren, Vögeln und mehr als 300 verschiedenen Pflanzenarten. Weiter südlich liegt der “Tucson Mountain County Park” mit Wander- und Reitwegen sowie einem Campingplatz.

Saguaro Ost

Panoramarundfahrt
Der 12 km lange „Cactus Forest Drive“ windet sich durch einen ausgedehnten Saguaro-Bestand und bietet einen näheren Einblick in die Vielfalt der Natur in der Wüste.

Wanderwege
Wege mit einer Gesamtlänge von über 200 km winden sich durch das hügelige Wüstenland von Saguaro Ost. Kurze Wanderungen geben einen Einblick in das Leben in der Sonora Wüste. Der 0.5 km lange “Desert Ecology Trail”, der dem “Cactus Forest Drive” entlang angelegt ist, bietet eine kurzgefasste Erklärung über die Funktion des Wassers in der Wüste. Dieser Weg ist asphaltiert. Andere Wege entlang der Panoramastraße eignen sich für kurze Wanderungen in der Wüstenumgebung. Auskünfte über diese Wanderwege erhält man im Besucher -Zentrum.

Mehrere längere Wanderwege führen durch die riesige Wildnis der Rincon Berge und deren Vorgebirge. Nur wenige Besucher erleben diesen Teil des Parks, da er nur zu Fuß oder mit Pferd erreichbar ist. Er unterscheidet sich deutlich von der niedriger gelegenen Kakteenwüste. Ähnlich wie im Norden der USA und Kanadas wachsen hier Zwergeichen, Fichten, Ponderosa und Douglas-Tannen. Da sich viele Wanderwege im Park kreuzen, kann man Wanderungen verschiedener Längen planen. Das Reiten ist auf allen Wegen erlaubt, mit Ausnahme des “Tanque Verde Ridge Trail”, des “Miller Creek Trail” und des “Rincon Peak Trail”.

Picknickplätze
Dem “Cactus Forest Trail” entlang befinden sich zwei Picknickplätze. Jeder hat Tische, Bänke, Grillstellen und Gruben-Toiletten. Trinkwasser ist nicht vorhanden.

Sehenswürdigkeiten
Der “Coronado National Forest” umringt den Saguaro Ost National Park im Norden, Osten und Süden. Campingplatze, Wanderwege, und Picknickplätze stehen auch dort zur Verfügung.

Der Saguaro-Kaktus
Der Saguaro-Kaktus (auch kandelaberkaktus genannt) wird als der ‚König der Sonora Wüste’, als ‚stacheliger Schrecken’, als das Symbol des Südwestens und als Pflanze mit Persönlichkeit bezeichnet. Er ist wegen seiner Eigenart bekannt, allzu menschliche Wesenszüge aufzuweisen.

Seit 1933 steht dieser außergewöhnliche Riesenkaktus unter dem Schutz des Saguaro National Parks. Zusammen mit dem Kaktus werden viele andere Lebewesen der Sonora-Wüstengemeinschaft ebenso geschützt: darunter befinden sich auch andere Kakteenarten, Wüstenbäume, Büsche und Tiere. In der Üppigkeit und Vielfalt an Leben übertrifft die Sonora Wüste alle anderen nordamerikanischen Wüsten um ein Vielfaches. Paradoxerweise ist sie aber auch eine der heißesten und trockensten Gegenden des Kontinents.

Die Tageshöchsttemperaturen steigen im Sommer normalerweise über 40° C. Im Durchschnitt fallen pro Jahr durchschnittlich weniger als 300 mm Regen. Zwischen den Sommer- und Winter-Regenzeiten ist es nicht ungewöhnlich, wenn monatelang kein Tropfen Regen fällt. Die Pflanzen und Tiere, die in dieser Umgebung überleben können, bilden eine der interessantesten und ungewöhnlichsten Lebensgemeinschaften.

Seit Jahrhunderten nutzten die Einwohner der Sonora Wüste die Naturprodukte des Saguaros. Im Sommer liefert der Saguaro reichlich saftige, feigenähnliche Früchte. Die einheimischen Tohono O’odham Indianer ernteten die Früchte mit langen Stangen von hohen Kakteen. Die frischen Früchte verarbeiteten sie zu Marmelade und Sirup, sowie zu Wein für religiöse Zeremonien. Die Frucht war den Tohono O’odhams so wichtig, dass die Zeit der Ernte gleichzeitig auch den Beginn eines neuen Jahres markierte. Die Kerne der Frucht dienten ihnen als Samen und Nahrung sowie Futter für ihre Hühner. Das starke hölzerne Gerippe des Kaktus, das ein enormes Gewicht zu tragen hat, wurde als Baumaterial für Hütten und Zäune verwendet.

Besondere Eigenschaften ermöglichen dem Saguaro das kostbarste Gut der Wüste, das Wasser, zu speichern. Die Oberfläche des Kaktus bildet Falten, die ähnlich sind, wie jene bei einem Akkordeon. Sie erweitern sich und speichern das Wasser, das durch die Wurzeln aufgenommen wird. Ein schwammartiges Gewebe im Strunk und in den Armen dient als Reservoir, wo das Wasser als gelatineartige Substanz eingelagert wird. Im Gegensatz zu den meisten Pflanzen hat der Saguaro keine herkömmlichen Blätter, weil diese nur das Wasser verschwenden würden.

Die Photosynthese – der nahrungsbildende Vorgang von Pflanzen – findet beim Saguaro im Stamm und in den Armen statt. Die Stacheln schützen den Kaktus nicht nur vor durstigen Tieren, sondern auch vor der Sonne und dem austrocknenden Wind. Eine wachsartige Außenhaut hilft der Pflanze dabei, den Feuchtigkeitsverlust noch mehr zu reduzieren. Der Saguaro sammelt das Wasser durch ein Wurzelnetz, das ungefähr 10 cm unter der Oberfläche liegt und sich radial so weit vom Stamm ausbreitet, wie der Saguaro hoch ist. Während eines einzigen Regenfalls können die oberflächlichen Wurzeln – zusammen mit speziellen kleinen Wurzelhaaren, die dank der Feuchtigkeit wachsen – bis zu 700 Liter Wasser aufnehmen. Dieser Wasservorrat reicht für ein ganzes Jahr.

Saguaros blühen vielfältig von April bis Juni. Jede Blüte öffnet sich erst in der Kühle des Abends – also nach Sonnenuntergang. Am folgenden Nachmittag ist die Blüte schon verwelkt. Dieser Vorgang wiederholt sich während eines Zeitraums von etwa vier Wochen Nacht für Nacht – bis an jedem Saguaro um die hundert Blumen geblüht haben.

Weiterführende Informationen finden sich auch auf der offiziellen Homepage des National Park Service unter www.nps.gov/sagu

© Fotos Paul Haselmayr