Colorado

Im Herzen des Alpinlandes im Westen

Gipfel, Wasserfälle und großartige Ausblicke

Obwohl es viele Möglichkeiten gibt, dieses Gebirge kennenzulernen – die attraktivste  ist immer noch der Besuch des 1915 gegründeten Nationalparks. Der ganzjährig stark frequentierte Rocky Mountain National Park ist bekannt für seine Ausblicke auf die gewaltige Gebirgskette der Rocky Mountains sowie der Tier- und Pflanzenwelt.

Der Park umfasst über 110 Gipfel mit mehr als 3.000 m Höhe und so außergewöhnlichen Namen wie ‚Cirrus’, ‚Chiefs Head’, ‚Isolation’, ‚Little Matterhorn’ und ,Mummy & Strom’. Einige der Gipfel sind jedoch noch immer unbenannt. 72 Berge ragen sogar höher als 3.600m auf. Höchster Berg im Park ist der „Longs Peak“ mit 4.345 m. Doch der Nationalpark bietet viel mehr als nur Gipfel.

Mehr als 250 Quadratkilometer des Parks zählen zur alpinen Tundra, eine Landschaft oberhalb der Baumgrenze – die in Nordamerika mit 3.400 Metern weitaus höher liegt als in Europa. Weiters läuft die kontinentale Wasserscheide direkt durch den Park: Das bedeutet, dass das Schmelz- und Regenwasser auf der Westseite in den Pazifischen Ozean fließt, das Wasser auf der Ostseite des Parks aber in den Golf von Mexiko und den Atlantik. Erwähnenswert sind auch die zahlreichen, malerischen Seen von denen manche unerreichbar und fast das ganze Jahr gefroren sind. Sie verleihen dem Park eine einzigartige Stimmung.

Innerhalb des Parks hört man den unvergesslichen Klang der Wasserfälle, von denen es sehr viele gibt. Sie tragen klingende Namen wie Alberta, Ouzel, Timberline & Thunder. Die bekanntesten Flüsse sind neben dem Colorado River, der hier im Park entspringt, der Cache la Poudre und der Big Thompson.

Im Park selbst findet man Goldkiefern (Ponderosa Pine), Douglas- (Douglas Fir) und Felsengebirgstannen (Subalpine Fir). Sie verleihen dem Park ein unverwechselbares Gesicht. Die Wälder sind mit Wiesen durchsetzt, die im kurzen Hochgebirgssommer ein wunderschönes Blütenkleid tragen. Eine große Anzahl von Wildtieren wie Dickhornschafe, Elche, Schneehühner und Raubvögel sind hier zu Hause.

Rocky Mountain National Park Informationen

Lage und Größe
Der Rocky Mountain National Park umfasst eine Gesamtgröße von 1.075 Quadratkilometer und liegt im Norden des Bundesstaates Colorado. Der höchste Gipfel ist der Longs Peak mit 4.345 Metern.

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Anreise
Per Auto erreicht man den Rocky Mountain National Park am bequemsten. Der östliche Parkeingang befindet sich nur ca. 1,5 Stunden Fahrzeit nordwestlich von Denver. Denver ist per Flugzeug (Denver International Airport) sowohl national als auch international problemlos erreichbar. Innerhalb der USA gibt es auch eine gute Zuganbindung durch die Amtrak Linie, die an Denver’s Union Station hält. Mietwagen, Motorräder und Wohnmobile sind rund um Denver von allen gängigen Anbietern erhältlich.

Öffnungszeiten und Saisonzeiten
Der Rocky Mountain National Park ist ganzjährig geöffnet (die meisten Besucherzentren sind jedoch zu Thanksgiving, Weihnachten und Neujahr geschlossen). Das Beaver Meadows Visitor Center öffnet täglich von 08:00 bis 18:00 Uhr (bis 17:00 Uhr im Winter), das Fall River Visitor Center von 09:00 bis 17:00 Uhr. Das an der Trail Ridge gelegene Alpine Visitor Center ist nur in den Sommermonaten (Ende Mai bis Mitte Oktober) zugänglich. Geöffnet ist es in der Sommersaison von 09:00 bis 17:00 Uhr, in der Nebensaison von 10:30 bis 16:30 Uhr. Weitere Details findet man auf der Nationalpark Website.

Eintrittspreise
Der Parkeintritt gilt für alle Besucher für einen Tag. Bei Anreise im privaten Auto, Van, Geländewagen oder Wohnmobil kostet der Eintritt USD 20 pro Fahrzeug (USD 30 für 7 Tage). Für Einzelpersonen, die zu Fuß oder mit Fahrrad den Park betreten, beträgt die Gebühr USD 10 und ist gültig für einen Tag (USD 15 für 7 Tage). Motorradfahrer bezahlen für den Tagespass USD 20 (USD 25 für den 7-Tages Pass).

America the Beautiful Annual Pass
Der Jahrespass kostet USD 80 und erlaubt ab Kaufdatum für ein Jahr den Besuch von über 2.000 US-Bundes-Erholungsgebieten und Nationalparks. Die Eintrittsgebühr gilt für den Fahrer und alle Passagiere eines privaten, nicht kommerziellen Fahrzeugs (bzw. bis insgesamt max. 4 Erwachsene, wenn Eintrittsgebühren pro Person verlangt werden). Kinder unter 16 Jahren sind frei. Ab dem Besuch von mehr als 4 Nationalparks lohnt sich meist der Kauf des America the Beautiful Annual Pass.
Der Pass kann in vielen Geschäften in den USA gekauft werden und ist vorab auch bei verschiedenen Reiseveranstaltern erhältlich.

Park Shuttle Service
Um den Autoverkehr im Park selbst einzudämmen, bietet der Rocky Mountain National Park in den Sommermonaten (von Mai bis Oktober) im Ostteil des Parks einen kostenlosen Busshuttleservice an. Sowohl die Moraine Park Route als auch die Bear Lake Route starten auf dem Park & Ride Parkplatz gegenüber des Glacier Campgrounds und erschließt so einen der meistbesuchten Teile des Parks. Beide Linien verkehren zwischen 07:00 und 19:00 Uhr mit Abfahrten alle 10-15 (Moraine Park) bzw. alle 30 Minuten (Bear Lake).

Darüber hinaus verkehrt zudem die „Hiker Shuttle Route“, die die Stadt Estes Park mit dem Beaver Meadows Visitor Center und dem Park & Ride Parkplatz verbindet und so auch einen komplett autofreien Besuch des Parks ermöglicht. Die Busse fahren in unterschiedlicher Taktung von 07:30 bis 20:00 Uhr.

Hotels
Im Rocky Mountain National Park selbst gibt es keinerlei Hotels oder Motels, dafür aber Campingplätze. Direkt vor dem Osteingang des Parks liegt das kleine Städtchen Estes Park, der über eine große Palette an Unterkünften verfügt. Diese reichen von einfachen, günstigen Kettenhotels über B&Bs und Ferienhäusern bis hin zu historischen Hotels wie dem The Stanley, in dem Stephen King seinen Klassiker „The Shining“ schrieb. Estes Park bietet zudem über ein vielfältiges Unterhaltungsprogramm, zu dem u.a. kostenlose Konzerte in den Sommermonaten gehören, sowie zahlreiche Restaurants und Bars, die auch bei einem längeren Aufenthalt Abwechslung bieten.
Alternativen auf der Westseite sind das etwa 30 Minuten entfernte Loveland und die beiden jeweils rund eine Stunde entfernt gelegenen Universitätsstädtchen Boulder und Fort Collins. Auch Denver ist für fahrfreudige Menschen mit etwa 90 Minuten Fahrzeit durchaus noch eine Option.

Auf der Westseite des Parks befindet sich mit Grand Lake ein etwas kleinerer Ort mit nicht ganz so umfassendem Hotelangebot. Hier lockt allerdings der namensgebende See mit einem vollständigen Wassersportangebot. Zudem befinden sich auf der Ostseite des Parks einige interessante Gästeranches, die erlauben den „Wild West Urlaub“ mit einem Besuch des Rocky Mountain Nationalparks zu verbinden.

Campingplätze
Im Rocky Mountain National Park stehen insgesamt 6 Campingplätze mit mehr als 400 Stellplätzen zur Verfügung. Der Moraine Park Campground liegt in einem idyllischen Pinienwald und sollte genauso wie Aspenglen Campground und Glacier Basin Campground unbedingt vorreserviert werden, da der Park aufgrund der Nähe zu Denver vor allem in den Sommermonaten sehr beliebt ist. Es stehen oft nur wenige Plätze nach dem „first come, first serve“ Prinzip zur Verfügung. Für die drei Hauptcampingplätze Moraine Park, Aspenglen und Glacier Basin können Reservierungen auf der Website www.recreation.gov vorgenommen werden.

Klima
Das Hochland des Rocky Mountain National Park ist für seine Wetterschwankungen bekannt. Man sollte sich vor der Reise informieren, mit welchen Witterungsbedingungen zu rechnen sein wird.

Winter (Dezember – März): In höheren Lagen können arktische Bedingungen wie z.B. Schneestürme, starker Wind und riesige Schneemengen auftreten. Diese Teile des Parks sind aber ohnehin aufgrund der von Oktober bis Mai geschlossenen Trail Ridge Road nicht bzw. kaum erreichbar. Niedrigere Lagen und die Ostseite des Nationalparks sind erfahrungsgemäß etwas milder und ganzjährig für Besucher zugänglich.

Frühling (April – Mai): Der Frühling zieht in den höheren Lagen erst Ende April ein, selbst gelegentlicher Schneefall ist noch möglich. Währenddessen hält in den niedrigeren Lagen bereits der Sommer Einzug. Wildblumen blühen hier bereits mit Ende April/Anfang Mai.

Sommer (Juni – August): In der alpinen Tundra (ca. 3.500-3.900 m) blühen die Wildblumen erst Ende Juni. Nachmittägliche, kurze Gewitterstürme und starke Winde können ebenso auftreten, wie starke Temperaturstürze, gemeinhin locken aber sehr angenehme Temperaturen. Vor allem in den niederen Lagen kann es durchaus auch heiß werden. Klimatisch zählt die Region zu den Wüstengebieten, so dass sich der Niederschlag in der Regel auf kurze Güsse am Nachmittag beschränkt.

Herbst (September – November): Im September und Oktober herrscht generell trockenes Wetter mit klarer Luft und blauem Himmel. Die Blätter beginnen sich ab Mitte September zu verfärben, während fast zeitgleich die Paarungssaison der Elche beginnt, so dass der Herbst zu den attraktivsten Reisezeiten für diesen Park gehört.

Durchschnittstemperaturen im Rocky Mountain National Park in °C
Monat Jan Feb Mar Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Höchstwerte 2 5 6 11 16 22 25 24 20 15 6 2
Tiefstwerte -13 -12 -9 -5 -1 3 5 5 1 -3 -8 -9
Durchschnittstemperaturen im Rocky Mountain National Park in °C
Monat Jan Feb Mar Apr Mai Jun
Höchstwerte 2 5 6 11 16 22
Tiefstwerte -13 -12 -9 -5 -1 3
Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Höchstwerte 25 24 20 15 6 2
Tiefstwerte 5 5 1 -3 -8 -9


Kleidung

Eine gute Ausrüstung, der Saison entsprechende angepasste Kleidung nach dem Zwiebelprinzip und vernünftige Planung sind unerlässlich, um einen Aufenthalt sicher und angenehm zu gestalten.

Aktivitäten
Im Rocky Mountain National Park gibt es eine große Auswahl an Aktivitäten für die Besucher. Von malerischen Fahrstrecken und kurzen Spaziergängen bis hin zu anstrengenden Tageswanderungen und Klettertouren bietet der Nationalpark viele Möglichkeiten um die einzigartige Natur zu erleben.

VUSA-TIPPS: Starten Sie Ihren Besuch am besten in einem der 6 Besucherzentren (Alpine-, Beaver Meadows-, Fall River-, Kawuneeche- & Moraine Park Visitor Center, Sheep Lake Information Station), wo Sie sich über aktuelle Aktivitäten und geführte Rangertouren informieren können.

Das Straßensystem des Rocky Mountain National Park bietet Zugang zu den verschiedensten Ökosystemen der Region. Auf der „Old Fall River Road“ können Besucher den Park fast auf denselben Wegen wie die ersten Siedler entdecken. Die beliebte „Trail Ridge Road“ ist Amerikas höchstgelegene, durchgehend asphaltierte Straße und eine von zehn „America’s Byways Straßen“ (Panoramastraßen). Sie ist die Verbindungsstraße zwischen dem östlichen und dem westlichen Parkteil. Ihr höchster Punkt liegt in der Nähe des Fall River-Passes auf über 3.700 m Höhe. In regelmäßigen Abständen sind Aussichtspunkte angelegt, mit Parkmöglichkeiten, Sitzbänken und atemberaubendem Panorama auf die Berge und Täler.

Mit mehr als 500 Kilometer an Wanderwegen bietet der Park zahlreiche Möglichkeiten, in der Natur zu wandern und diese zu erleben. Hier ein kleiner Auszug:

  • Tundra Communities Trail: Familienfreundlicher, beschilderter Rundweg mit ca. ein km Länge und Ausblick auf den Park.
  • Cub Lake Trail: Beliebter, rund 3,5km langer Wanderweg durch grüne Wälder bis zu einem kleinen Bergsee
  • Adams Falls Trail: Kurzer, familienfreundlicher Spazierweg neben dem Grand Lake zum Adams Wasserfall.
  • Eugenia Mine: Wanderung zu einer verlassenen Mine (ca. 4,5 km)
  • Onahu Creek/Green Mountain Loop: Rundwanderweg durch Wald und Wiesen (ca. 13 km)

Weitere Informationen über den Rocky Mountain National Park finden Sie auf der Website des National Park Service: www.nps.gov/romo

Faszination: Ein 800 Meter tiefer Erdspalt

Die 800 m tiefe und 80 km lange Schlucht ist zwar nicht so tief wie der Grand Canyon, aber nicht minder ehrfurchtsgebietend