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Denver, Colorado


Fast genau in der Mitte zwischen Atlantik und Pazifik liegt die Hauptstadt Colorados, die auch Grenzstadt zwischen den großen Ebenen und den Gebirgsstaaten ist. Denver ist somit Güterumschlagplatz und Anziehungspunkt für Touristen gleichermaßen. Wer sich der Stadt von Osten her nähert, kann vor dem Hintergrund der Rocky Mountains Denvers neueste imposante Gebirgskulisse bewundern, die 34 weißen Spitzen des Fiberglasdaches am Jeppesen Terminal des neuen, erst im Jahr 1995 eröffneten Denver International Airport sehen.
Civic Center Park, Denver, Colorado
Skyline von Denver, Colorado
   Die vielen Parks und Grünanlagen machen Denver zur idealen Wohnstadt
 
 

Obwohl erste Expeditionen die Region als nutzlose Wüste bezeichnet hatten, erlangte die 1858 gegründete Siedlung früh Bedeutung für weiter ziehende Goldsucher. Der Anschluss an die transkontinentale Eisenbahn in den 1860er Jahren sowie Silber- und Mineralfunde sicherten die weitere Entwicklung. 1876 wurde Denver Staatshauptstadt, und bereits um die Jahrhundertwende zählte die Metropole über 100.000 Einwohner.

Der erste Flughafen wurde schon in den 20er Jahren gebaut. Heute lebt die Stadt von den Einnahmen aus Landwirtschaft, Viehzucht und Energieforschung und -gewinnung. Im Gegensatz zu vielen anderen Großstädten in den USA ist die Innenstadt recht gut zu Fuß zu erkunden. Die vielen Parks und Grünanlagen und die großzügig angelegten Alleen vermitteln

einen einladenden Charakter und machen Denver zur idealen Wohnstadt. Hervorzuheben sind die Denver Botanic Gardens und Elitch Gardens sowie der bei Kindern besonders beliebte Denver Zoo, wo man Tiere in deren natürlicher Umgebung erleben kann. Da die Stadt genau auf der Höhe von 1.600 m (l Meile) liegt, trägt sie auch den Beinamen „Mile High City", eine entsprechende Plakette ist an der 13. Stufe des State Capitol (E. Colfax Ave.) zu sehen. Der Bau wurde dem US-Capitol in Washington D. C. nachempfunden, wobei dafür Granit aus Colorado verwendet wurde. Vom Balkon der Kuppel, die mit 24karätigem Blattgold aus Colorados Minen vergoldet wurde, hat man einen schönen Blick über die Stadt zu den Bergen hin.

Bei einem Spaziergang sollte man Earimer Street, Denvers älteste Straße, keinesfalls auslassen. Viele Details sind liebevoll restauriert und lassen den Wilden Westen wieder aufleben. Sehenswert sind auch das Molly Brown House Museum (1340 Pennsylvania St.) und die United States Mint (320 W. Colfax Ave., Zugang über Cherokee St.), wo seit 1862 Münzen geprägt werden. Sammler können Stücke erwerben. Molly Brown, eine Dame der Gesellschaft, wurde schon zu Lebzeiten zur Legende, nachdem sie den Untergang der Titanic überlebt hatte. Ihr um 1890 erbautes Haus enthält Stücke zur Familien- und Stadtgeschichte.

Das kulturelle Angebot ist nicht minder vielfältig; das 1880 erbaute Gebäude des Museum of Western Art (1727 Tremont Pl.) reflektiert allein schon die wechselvolle Geschichte des Westens. Hier waren nacheinander ein Bordell, eine Schule, ein Restaurant und schließlich das Museum mit einer Gemäldesammlung, u. a. von Georgia O'Keeffe, Charles M. Russell und F. Remington, untergebracht. Das 10stöckige Gebäude des Denver Art Museum (100 W. 14th Ave.) ist selbst eine Skulptur und beinhaltet neben einem griechischen Amphitheater und 35.000 Kunstwerken aus aller Welt eine Sammlung indianischer Kunst und Malerei sowie eine Kollektion von Totempfahlen in der American Indian Hall. Im Denver Children's Museum (2121 Crescent Dr.) kommen Kinder voll auf ihre Kosten. Das Denver Center for the Performing Arts (14th St./Curtis St.) ist ein Kulturtempel mit mehreren Theatern und Konzertsälen, unter denen die Boettcher Concert Hall hervorzuheben ist. Hier sitzt das Orchester, vom Publikum umringt, in der Mitte des Saals.

Ausflugsziele: Neben der Vielzahl an Möglichkeiten, die die nahe gelegenen Rocky Mountains bieten (s. auch Rocky Mountains National Park), lohnt sich ein Besuch von Golden, einem Vorort Denvers, wo die Coor's Brewery, Amerikas größte Brauerei, Führungen über ihr Gelände anbietet. Auch das hier ansässige Colorado Railroad Museum mit mehr als 80 Dampfloks und Kutschen ist sehenswert. An der Lookout Mountain Road liegt Buffalo Bill's Grave and Museum, und in der alten Goldmine von Idaho Springs ist heute ein Bergbaumuseum untergebracht. Nördlich von Denver liegt am US 36 das 1858 gegründete, typisch amerikanische College-Städtchen Boulder, Sitz der University of Colorado. Entlang der Pearl Street in der Innenstadt finden sich noch viele gut erhaltene Bauten aus der viktorianischen Epoche.

 
   Colorado Springs, der beliebte Ferienort in Colorado
 

Dieser beliebte Fremdenverkehrsort, der durch die Zusammenlegung der historischen Städte Colorado City und Colorado Springs entstand, liegt auf einer Höhe von 1.800 m zu Füßen des eindrucksvollen Pikes Peak und erfreut sich herrlichster Luft, wärmsten Sonnenscheins, heilsamer Kuranlagen und kultureller Vielfalt. Aufgrund seiner angenehmen natürlichen Ressourcen zog die Stadt schon früh die wohlhabenden Sprösslinge des feinen Bürgertums an, die hier dem Polospiel, der Jagd und gediegenen Clubabenden inmitten feinster Tudor-Architektur frönten und der Siedlung inmitten der Rocky Mountains bald den Beinamen Little London verliehen. Außerhalb ihrer Freizeit spekulierten die Lebemänner und erzielten durch den boomenden Edelmetall-Abbau Profite in Millionenhöhe, die sich im Stadtbild mit großzügigen Parkanlagen, ansehnlichen Wohnhäusern und Nobelhotels niederschlugen, so dass Colorado Springs zu Beginn des 20. Jahrhunderts einen Platz auf der Liste der wohlhabendsten Städte der USA ergattern konnte.

Einige der älteren Gebäude befinden sich im Old Colorado City Historic District, besonders zwischen der 24. und der 27. Straße. Hier haben sich hübsche Geschäfte, Kunstgalerien und Restaurants angesiedelt. Andere gute Einkaufsmöglichkeiten findet man in diversen Shopping Malls im Stadtzentrum. Neben mehreren Museen - darunter einem Wachsfigurenmuseum (1050 S. 21st St.) mit über 130 Figuren der amerikanischen Präsidenten und ihrer Gemahlinnen - rühmt Colorado Springs sich einer ausgezeichneten und vielseitigen Gastronomie, eines reichen Nachtlebens mit guter Livemusik in den verschiedensten Kneipen, mehrerer Theater und eines Sinfonieorchesters.

Einen zweiten Aufschwung hat die Stadt durch den Bau der US Air Force Academy erfahren - ein besonderes Schauspiel bietet jeden Tag um 11 Uhr der Aufmarsch der 4.000 Kadetten zum Essenfassen. Die Kuranlagen der Stadt befinden sich im nordwestlich der Innenstadt gelegenen Manitou Springs. Die wohltuende Wirkung der eisenhaltigen Mineralquellen, die hier aus dem Boden sprudeln, war bereits den amerikanischen Ureinwohnern bekannt. Hinter den Quellen ziehen sich bunte Häuschen und enge Straßen die Hänge des Pikes Peak hinauf, und in der historischen Stadtmitte findet man Boutiquen, Restaurants und Kunstgalerien. Auch hier kann man im Buffalo-Bill-Wachs-Museum Wachsfiguren bewundern, dieses Mal zum Thema Pionierzeit (404 Manitou Ave.).

Manitou Springs ist auch Ausgangspunkt der Pikes Peak Cog Railway (515 Ruxton Ave.), einer Zahnradbahn, die auf den 4.301 m hohen Pikes Peak fährt. An klaren Tagen kann man von dort oben bis Denver im Norden und die Sangre de Cristo Berge von New Mexico im Süden sehen. Ganz in der Nähe von Manitou Springs liegt nördlich der US 24 der Garden of the Gods, wo gewaltige, bis zu 180 m hohe Sandsteinformationen mit Namen wie „Balanced Rock" oder „Kissing Camels" bei Sonnenuntergang grellrot aufleuchten.

 
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