Utah

Zion National Park: Das legendärste Naturwunder Utahs

Massive Felswände und hoch aufragende Klippen

Hohe Plateaus, Irrgärten aus engen, tiefen Sandsteinschluchten und beeindruckende Felsformationen charakterisieren den Zion National Park. Sie entstanden, als sich der Virgin River seinen Weg durch das Gestein bahnte und die spektakulären Felsschluchten mit 600 bis 1.000 m Tiefe hinterließ. Die Erdschichten wurden hochgeschoben, verkantet und ausgespült. So entstand etwa „The Grand Staircase“ – eine Reihe rotgefärbter Felsen, die sich zwischen Bryce Canyon und Grand Canyon erstrecken.

Der Zion Canyon und der Kolob Canyon sind wohl die bekanntesten Schluchten des Zion National Parks. Das althebräische Wort „Zion“ wurde oftmals von den mormonischen Siedlern benutzt und bedeutet so viel wie „Zufluchtsort“ oder „Heiligtum“. Bis zum späten 18. Jahrhundert lebten hier die Stämme der Anasazi, Ute und Paiute hauptsächlich von der Jagd, Ackerbau und Viehzucht. Trockene Dürreperioden gefolgt von Überschwemmungen zwangen die Indianer jedoch zum Verlassen der Region.

Seit seiner Ernennung zum Nationalpark – im Jahr 1919 – ist das Gebiet mit seinen abwechslungsreichen, landschaftlichen Attraktionen zu einem immer beliebteren Ziel für Naturliebhaber und Touristen geworden. Der Park gilt als einer der meistbesuchten Nationalparks der USA.

Um den Nationalpark wirklich zu erleben, sollte man unter den hoch aufragenden Klippen wandern oder einen dieser kleinen schmalen Canyons durchschreiten. Beeindruckend leuchten die einzigartigen Sandsteinfelsen in Farbschattierungen von creme über rosa bis rot. Man könnte sie als Sandburgen beschreiben, die sich zu Wüstencanyons emporschwingen.

Zion National Park Informationen

Lage und Größe
Der im Südwesten Utahs gelegene Zion National Park umfasst ein Gebiet von knapp 580 km². Der Park liegt an der Grenze zwischen dem Colorado Plateau, dem Great Basin und der Mojave Wüste und bietet aufgrund der besonderen geografischen Lage die unterschiedlichsten Lebensräume für viele Tier- sowie Pflanzenarten.

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Anreise
mit dem Flugzeug:

Die nächsten großen Flughäfen sind in Las Vegas (LAS)/Nevada und Salt Lake City (SLC)/Utah, jeweils etwa 430 km vom Park entfernt. Kleinere Flughäfen gibt es in Cedar City (CDC)/Utah (130 km) und St. George (SGU)/Utah (200 km).

mit Auto, Motorrad oder Bus:
Der Zion National Park befindet sich auf der State Route 9 in Springdale, Utah. Alle angegebenen Distanzen sind die Entfernungen zum Zion Canyon Visitor Center.

Von Las Vegas, Nevada (260 km), Mesquite, Nevada (130 km) und
Saint George, Utah (64 km):

  • Interstate 15 Nord
  • Ausfahrt 16 – Rechts auf die State Route 9 Ost (53 km)
  • Rechts auf der State Route 9 Ost in La Verkin, Utah (32 km) bleiben
  • Auf der State Route 9 Ost bis zum Zion National Park, das Zion Canyon Visitor Center befindet sich auf der rechten Seite

Vom Bryce Canyon National Park, Utah (140 km):

  • State Route 63 Nord (7 km)
  • Links abbiegen auf die State Route 12 West (22 km)
  • Links abbiegen auf die US Route 89 Süd (69 km)
  • Rechts halten auf die State Route 9 West in Mount Carmel Junction, Utah
    (39 km)
  • Auf der State Route 9 West bis zum Zion National Park, das Zion Canyon Visitor Center befindet sich nach 4 km auf der linken Seite

Öffnungszeiten und Saisonzeiten
Der Zion National Park ist das ganze Jahr über 24 Stunden pro Tag geöffnet.

Eintrittspreise
Privatfahrzeug: USD 30. Gültig für 7 Tage.
Erlaubt privaten, nicht kommerziellen Fahrzeugen (max. 15 Passagiere) und allen Insassen den Eintritt zum Zion National Park, einschließlich Zion Canyon und Kolob Canyon.
Motorrad: USD 25 pro Person. Gültig für 7 Tage.
Pro Person: USD 15. Gültig für 7 Tage.
Gilt für Radfahrer, Wanderer und Fußgänger. Jugendliche bis 15 haben freien Eintritt.

America the Beautiful Annual Pass
Der Jahrespass kostet USD 80 und erlaubt ab Kaufdatum für ein Jahr den Besuch von über 2.000 US-Bundes-Erholungsgebieten und Nationalparks. Die Eintrittsgebühr gilt für den Fahrer und alle Passagiere eines privaten, nicht kommerziellen Fahrzeugs (bzw. bis insgesamt max. 4 Erwachsene, wenn Eintrittsgebühren pro Person verlangt werden). Kinder unter 16 Jahren sind frei. Ab dem Besuch von mehr als 4 Nationalparks lohnt sich meist der Kauf des America the Beautiful Annual Pass.
Der Pass kann in vielen Geschäften in den USA gekauft werden und ist vorab auch bei verschiedenen Reiseveranstaltern erhältlich.

Transport
Shuttle System
Der Zion Canyon Scenic Drive ist fast das ganze Jahr nur mit dem Shuttlebus zugänglich. In den Wintermonaten, wenn der Shuttle nicht betrieben wird, müssen die Besucher Privatfahrzeuge verwenden. Das Shuttle-System hat zwei Strecken, die beide eine Schleife bilden. Die Springdale-Shuttle-Schleife bleibt an sechs Haltestellen in Springdale stehen. Die Zion Canyon-Shuttle-Schleife bleibt an acht Haltestellen im Park stehen. Eine Umsteigemöglichkeit zwischen den Schleifen ist beim Zion Canyon Besucherzentrum gegeben. Der Shuttle ist kostenlos, man kann beliebig oft zu- und aussteigen.

Parkmöglichkeiten
Der Parkplatz beim Zion Canyon Besucherzentrum wird meist am Vormittag voll. Alternativ kann man in Springdale parken (im Ort gibt es überall Schilder “Shuttle Parking”) und den Shuttle zum Park nehmen. Gäste, die im Ort nächtigen, sollten ihr Auto dort stehenlassen und den Shuttle zum Park nehmen.

Klima und Wetter
Frühling
Im Frühling ist nasses Wetter nichts Ungewöhnliches, aber warme, sonnige Tage sind ebenso typisch. Der Unterschied zwischen Tages- und Nachttemperaturen kann bis zu 17 ° C betragen. Morgens und abends kann es sehr kühl sein.

Sommer
Im Sommer erreichen die Temperaturen im Zion National Park oft mehr als 38 ° C. Selbst in höheren Lagen können die Temperaturen über 32 ° C betragen. Von Mitte Juli bis in den September kann es auch zu Sturzfluten kommen.

Herbst
Im Herbst weicht die Hitze des Sommers kühleren Temperaturen und trockener Witterung, so dass es eine ideale Zeit ist, den Zion National Park zu besuchen.

Winter
Die Winter im Zion National Park sind kalt und oft nass. Fast die Hälfte des jährlichen Niederschlags im Zion Canyon fällt in den Monaten zwischen Dezember und März. Die Straßen werden geräumt, aber die Wege sind meist wegen Schnee und Eis geschlossen. Der Schnee verschwindet nach Winterstürmen in den niedrigeren Höhenlagen in der Regel innerhalb weniger Stunden. In höheren Lagen sammelt sich der Schnee. Da die Temperaturen im Frühjahr steigen, verursacht die Schneeschmelze Hochwasser im Virgin River und seinen Nebenflüssen.

Durchschnittstemperaturen im Zion Park in °C
Monat Jan Feb Mar Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Höchstwerte 11 14 17 23 28 34 38 36 33 26 17 12
Tiefstwerte -2 -1 2 6 11 16 20 19 16 9 3 -1
Durchschnittstemperaturen im Zion Park in °C
Monat Jan Feb Mar Apr Mai Jun
Höchstwerte 11 14 17 23 28 34
Tiefstwerte -2 -1 2 6 11 16
Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Höchstwerte 38 36 33 26 17 12
Tiefstwerte 20 19 16 9 3 -1


Wandern

The Narrows
Wanderer müssen während des 25 km langen Weges stellenweise durch das hüfttiefe Wasser waten oder sogar schwimmen, da die Abschnitte uferlos sind und die Felswände beidseitig steil in die Höhe gehen. Die Engstelle des Virgin River befindet sich am Ende des Zion Canyons und ist von der Shuttlebus-Haltestelle ‚Temple of Sinawa’ nach einem 30 bis 40-minütigen Fußmarsch zu erreichen. Die Durchwanderung muss am Backcountry Desk zur Sicherheit der Teilnehmer angemeldet werden (Dauer: ca. 16 Stunden).

Aussichtspunke, weitere Wanderungen und Sehenswertes

Checkboard Mesa
Der Tafelberg aus Sandstein der Navajoschicht befindet sich am Osteingang des Parks und beeindruckt durch seine von vertikalen und horizontalen Furchen durchzogene Oberfläche. Die vertikalen Rillen sind durch langsam abschmelzende Schneemassen entstanden, die durch wiederholtes Auftauen und erneutes Gefrieren die bereits vorhandenen Furchen erweiterten und vertieften, die horizontalen Rillen hingegen durch den vom Wind geblasenen Dünensand längs der unterschiedlichen Sedimentationsschichten (Dauer: ca. 4 Stunden).

Angels Landing
Die 1.763 m hohe Felsformation ist über einen anstrengenden knapp 8 km langen Weg erreichbar, der äußerst schmal und beidseitig an tiefen Abgründen vorbeiführt. Der Aufstieg wird mit verankerten Ketten unterstützt und Wanderer werden am Ziel mit einem fantastischen Ausblick belohnt (Dauer: ca. 5 Stunden).

Emerald Pools
Die fast kreisrunden Poolbecken entstehen durch temporäre Flüsse, deren Wasser durch das poröse Navajosandgestein sickert, zu Strömen zusammenfließt und dann aus den Felswänden in Form kleiner Wasserfälle austritt und sich hier sammelt. Sie sind über den gleichnamigen, leicht bergauf führenden Wanderweg durch dichte Wälder erreichbar und zählen zu den beliebtesten Zielen vieler Tageswanderer (Dauer: ca. 1 bis 3 Stunden).

Big Bend
Dies ist ein ausgezeichneter Platz, den Bus zu verlassen, um den Ausblick auf zwei der berühmtesten Wahrzeichen von Zion zu genießen und sie zu fotografieren: Angels Landing und den Great White Throne.

Weeping Rock
Hier sieht man den größten der hängenden Gärten. Ein kurzer aber steiler Wanderweg führt zu einer Sickerstelle am Fuße einer Klippe. Weeping Rock ist auch der Weganfang für die East Rim, Observation Point und Hidden Canyon Wanderwege.

The Grotto
Hier ist der Anfang des Weges für die Wanderwege zum West Rim, Angels Landing und Kayenta, sowie ein schattiger Rastplatz mit Tischen, Wasser und Toiletten.

Zion Lodge
In der Lodge findet man Toiletten, eine Imbissstube und einen Souvenirladen. Das ist auch die Haltestelle für alle, die zu den Emerald Pools wandern wollen. Der Weganfang liegt über die Straße gegen Westen zu.

Court of the Patriarchs
Von hier aus führt ein kurzer Weg zu einem Ausblick auf die hochragenden Klippen, die sich auf der westlichen Seite des Busses befinden.

Canyon Junction
Von dieser Haltestelle aus findet man den Zugang zum nördlichen Ende des Pa’rus Wanderweges. Der Pa’rus Weg verbindet Canyon Junction mit dem Zion Canyon Besucherzentrum und ist asphaltiert und daher für Fahrräder benutzbar.

Zion Human History Museum
Das Zion-Museum dokumentiert die Geschichte von Indianern, den Mormonen-Pionieren und ihren Vorgängern. Die massiven Felswände hinter dem Gebäude heißen ‚Temples’ und ‚Towers of the Virgin’. Der beste Platz, diese Aussicht zu genießen, ist die Terrasse hinter dem Museum, von wo aus man die ganze Spannweite dieser Felsen, die die höchsten Sandstein-Steilklippen der Welt sein sollen, sehen kann.

Zion National Park Broschüre in Deutsch
Die deutschsprachige PDF Broschüre (2,6 MB) des amerikanischen Nationalpark Service liefert Informationen, die dabei helfen, den Besuch im Zion National Park optimal zu planen. Weiterführende Informationen finden sich auch auf der offiziellen Homepage des National Park Service unter www.nps.gov/Zion.