Oregon Trail in den Westen gekommen, haben die Pioniere von einst auf diesem Fleckchen Erde ein Stück des amerikanischen Traums verwirklicht. Aber eigentlich fing alles schon viel früher an. Und zwar mit den „first nations", den indianischen Ureinwohnern, deren Kultur schon lange vor der Kolonialzeit blühte. Heute wird die moderne, multikulturelle Gesellschaft wie selbstverständlich gelebt: US-Bürger verschiedenster Herkunft leben in harmonischem Miteinander und vermitteln Besuchern gerne etwas von ihrer Lebensart...
Auf den Spuren der ersten Siedler
In den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts ließ der Traum vom besseren Leben Scharen von Einwanderern in Richtung Pazifikküste aufbrechen. Die Pioniere erhofften sich fruchtbares Land, Holz für stabile Häuser und unerschöpfliche Nahrungsvorräte wie Wild, Fisch, Schalentiere und Beeren. Sie nahmen die beschwerliche Reise in zugigen Planwagen auf sich und kamen tatsächlich nach über 3.000 zurückgelegten Kilometern in ein Land des Überflusses. Bis 1870 zogen rund 300.000 Siedler auf dem legendären Oregon Trail gen Westen: von Independence in Missouri durch raue Gebirge über weite Prärien bis zur ersten festen Ansiedlung Oregon City. Von hier aus brachen die Siedler in alle Himmelsrichtungen auf, um ihr Glück im weiten Land des Willamette Valley zu suchen. Der Oregon Trail ist inzwischen zu einer Straße ausgebaut; ein weitaus bequemerer Weg als der der Siedler. An manchen Stellen sind sogar noch die Spurrillen, die die Planwagen hinterließen, deutlich zu erkennen. Als Pfad der Mythen ist der Oregon Trail in die Annalen der Geschichte eingegangen. Genaueres über den Trail erfahren
Sie in den Interpretive Centers entlang der Strecke. Allein in Oregon gibt es fünf dieser Info-Zentren; alle mit ganz speziellen Schwerpunkten. Besuchen Sie alle fünf: Ontario, Baker City, Pendleton, dessen Center sich im Besitz der Umatilla-Indianer befindet, The Dallas und Oregon City.
Auf den Spuren der Native Americans
Lange Zeit galten die Indianer des Pazifischen Nordwestens als die wohlhabendsten ganz Nordamerikas. Heute leben in beiden Staaten Indianervölker, deren kulturelles Erbe Sie verfolgen und nachvollziehen können. Neben einer Reihe von Museen gibt es zum Beispiel das Tamastslikt Cultural Institute in Pendleton, das Sie auf interessante Weise mit der Geschichte und den Traditionen des Stammes bekannt macht. Dort finden Sie auch ein Hotel, einen Golfplatz, einen Park für Wohnmobile und ein Casino. Südlich des Mount Hood kommen Sie in das Indianerreservat von Warm Springs. Ein Besuch im dortigen Museum führt in die Lebensweise und Geschichte der Wasco- und Paiute-Stämme ein. Besonders attraktiv: das Erholungsgebiet Kah-Nee-Ta mit seinen mineralhaltigen heißen Quellen und nahezu täglichem Sonnenschein. Die Angestellten des wie ein Pfeil geformten Hotels sind Mitglieder des Stammes von Warm Springs. Entsprechend ist auch die Ausstattung - Decken, Töpferware und kulinarische Gerichte mit traditionell indianischer Note. Wer sein Glück im Spiel versuchen möchte, kann sich in das Casino von Warm Springs begeben. Es wird ausschließlich von Natives geführt. Interessant sind auch die
Indianer-Festivals und -Märkte, die ebenfalls in beiden Staaten stattfinden. Da gibt es vornehmlich im August und September die Pow Wow-Festivals und im Mai den Indian Market Northwest in Portland.
Vorhang auf für Theater und Musik
Seattle und Portland sind echte Highlights für Kulturfans. Nicht nur, dass das Opera House in Seattle während des ganzen Jahres zu erstklassigen Symphonie-Konzerten einlädt; hier ist auch die Wiege der jungen Musikrichtung Grunge, hier haben sich Kultbands wie Nirvana oder Pearl Jam zusammengefunden. Das ist aber noch nicht alles: Während der Saison von September bis Mai stehen fünf Opern und zusätzlich eine Oper im Sommer auf dem Programm. Und das klassische Pacific Northwest Ballet genießt landesweite Anerkennung im Besonderen für seine Nussknacker-Aufführungen im Dezember.
Auch in Portland erwartet Sie ein reiches Angebot an Kultur. Die Oregon Symphonie, das Oregon Ballett-Theater und die Portland Oper ziehen Freunde klassischer Darbietungen magisch an. Die Grünanlagen des Waterfront Parks mit seinen schönen Brunnen bieten eine äußerst reizvolle Kulisse für die zahlreichen Sommerfestivals. Nur wenige Schritte weiter nördlich unter der Burnside Bridge haben Sie ebenfalls gute Chancen, Musik und Trubel zu erleben. Eine Kultur-Tour der etwas anderen Art bietet die Buslinie 63, die alle Sehenswürdigkeiten und Museen im näheren Stadtgebiet verbindet. Wer sich für indianische Kunst interessiert, sollte einen Abstecher in das Portland Art Museum machen, das älteste Kunstmuseum des Pazifischen Nordwestens.