Alaska

Wrangell – St. Elias National Park: Die Superlative im Norden

‚Ghost Towns’ inmitten gigantischer Bergwelt

Der größte Nationalpark in den USA ist sechs Mal größer als der berühmte Yellowstone Park und misst 53.320 km². Doch nicht nur hinsichtlich seiner Größe wartet der Park mit einem Rekord auf. Superlativen bietet die gigantisch anmutende Bergwelt mit reißenden Strömen und einer schier endlosen Vielfalt an Flora und Fauna: Es gibt keinen Nationalpark, der eine höhere Konzentration an Gletschern aufzuweisen hat. Und – hier befinden sich einige der größten Eisfelder der Welt. Innerhalb der Parkgrenzen liegen neun der 16 höchsten Berge Nordamerikas, darunter der 4.317 m hohe Mount Wrangell, der höchste Vulkan Alaskas, sowie der 5.489 m hohe Mount St. Elias, der zweithöchste Berg in den USA.

Ein anderer Höhepunkt ist die mit dem Prädikat ‚National Historic Landmark’ ausgezeichnete Ruine der Kennecott Mine. 1899 wurden hier Kupfervorkommen entdeckt und mit der Verlegung von Eisenbahnschienen 1911 erreichte der Bergbau seine Blütezeit. Nachdem 1938 die Kupferpreise ins Bodenlose fielen verwandelten sich die Ansiedelungen Kennicott und McCarthy fast über Nacht zu ‚ghost towns’. Heute ziehen diese malerischen Orte, in denen nur wenige Menschen ganzjährig wohnen, viele Besucher an. Unterkunft findet man unter anderem in lokalen Lodges. Weitere Aktivitäten in der Region sind Bergsteigen, Wandern, Rafting und Flightseeing.

Wrangell – St. Elias Informationen

Lage und Größe
Mit seinen 53.320 km² ist der Park um mehr als 10.000 km² größer als die Schweiz. Der Wrangell-St. Elias National Park erstreckt sich vom zweithöchsten Gipfel Nordamerikas, dem Mount St. Elias (5.488 m Höhe) bis zum Pazifischen Ozean.

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Anreise
mit dem Auto
Mit dem Auto ist der Park relativ leicht erreichbar. Von Anchorage aus gelangt man über den Glenn Highway bis zur Parkverwaltung, die zwischen den Orten Glennallen und Copper Center liegt und die auch von Fairbanks oder von Valdez aus über den Richardson Highway erreichbar ist. Die Zufahrt in den National Park selbst ist über zwei Schotterpisten möglich. Die 67 Kilometer lange Nabesna Road führt in den nördlichen Bereich, während die 96 Kilometer lange McCarthy Road direkt bis ins Zentrum führt. Sie endet am Kennicott River, von wo aus eine Fußbrücke ans andere Ufer führt.

mit dem Flugzeug
Flüge nach McCarthy gibt es mit örtlichen Lufttaxis von Glennallen und Chitina aus. Spektakuläre Flightseeing Touren sind ab McCarthy selbst möglich.

Öffnungszeiten
Die beste Zeit für einen Besuch von Wrangell-St. Elias ist Anfang Juni bis Mitte September. Der Nationalpark hat keine Einfahrts-Stationen oder Tore und schließt damit eigentlich nie. Allerdings kommt der Winter im Inneren Alaskas sehr früh, daher gibt es ab Mitte September nur noch sehr wenige Serviceeinrichtungen.

Eintrittspreise
Der Eintritt in den Park ist kostenlos.

Besucherzentren
Das Verwaltungsgebäude des Park Hauptquartiers in Copper Center ist ganzjährig von Montag bis Freitag von 8:00 – 16:30 Uhr geöffnet. Das Wrangell-St. Elias National Park Visitor Center befindet sich bei Meile 106,8 am Richardson Highway, Copper Center, 16 km südlich von Glennallen. Im Sommer ist es von 25. Mai bis 16. September täglich von 09:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Das Kennecott Visitor Center in Kennecott Mill Town befindet sich 3 Stunden vom Park Hauptquartier am Ende der McCarthy Road. Im Sommer ist es täglich von 10:00 bis 19:00 Uhr geöffnet.

Klima
Obwohl der Park relativ nahe der Küste gelegen ist, wirken hohe Berge und Eisfelder als Barriere auf den mäßigenden Einfluss des Ozeans. Das Ergebnis ist, dass mit Ausnahme der Küsten im Yakutat Bereich Wrangell St. Elias über ein inneres Kontinentalklima verfügt (lange, extrem kalte Winter und kurze, warme und relativ trockene Sommer). Man sollte beachten, dass sich das Wetter zu jeder Jahreszeit schnell ändern kann. Es ist daher dringend angeraten, vielschichtige Kleidung für alle Wettersituationen einzuplanen.

Wildblumen und Mücken haben im Juni und Juli Hochsaison. Die Mitnahme eines Kopfnetzes wird empfohlen. Juni und Juli sind auch die wärmsten Monate – Temperaturspitzen können an manchen Tagen bis zu 27° C betragen. Im Hochland ist Schneefall das ganze Jahr über möglich. Von Mitte Juni bis Mitte August liegt Schnee in höheren Lagen. Regen ist den ganzen Sommer über möglich. Im Allgemeinen nehmen die Niederschläge im August und September zu, vor allem entlang der Küste.

Durchschnittstemperaturen im Wrangell - St. Elias National Park in °C
Monat Jan Feb Mar Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Höchstwerte -16 -9 -1 6 13 19 21 19 13 2 -9 -14
Tiefstwerte -26 -22 -17 -8 -1 4 6 4 -1 -8 -19 -24
Durchschnittstemperaturen im Wrangell - St. Elias National Park in °C
Monat Jan Feb Mar Apr Mai Jun
Höchstwerte -16 -9 -1 6 13 19
Tiefstwerte -26 -22 -17 -8 -1 4
Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Höchstwerte 21 19 13 2 -9 -14
Tiefstwerte 6 4 -1 -8 -19 -24

Kleidung
Die generelle Regel für die optimale Kleidung in Alaska lautet „Zwiebelprinzip“. Das heißt, man trägt eine erste Schicht direkt am Körper (wenn möglich Baumwolle vermeiden), darüber eine zweite wärmende Schicht (z.B. eine Fleece-Jacke o.ä.) und als dritte Schicht eine Jacke, die gegen Wind und Regen schützt. Bei Temperaturwechsel kann man so einfach eine Schicht an- oder ablegen.

VUSA-Tipps

Wrangell – St. Elias National Park – Ausflugsvorschläge

Ein Tag im Park
Beginnen Sie das Park-Abenteuer mit dem Besuch des Wrangell-St. Elias National Park Hauptquartier und Besucherzentrum. Es befindet sich am Richardson Highway bei Meile 106,8 (24 km südlich von Glennallen). Sehen Sie sich die Informationsfilme und die ausgestellten Exponate an, schlendern Sie durch den kurzen Naturlehrpfad mit einem spektakulären Blick auf die Wrangell Mountains und orientieren Sie sich anhand der großen interaktiven 3-D Karte. Park Ranger stehen mit Rat und Tat zur Seite.

Für eine spektakuläre Aussicht fahren Sie entlang dem Edgerton Highway zur historischen Stadt Chitina (90 km). Spazieren Sie auf dem Liberty Falls Trail und genießen Sie den Panoramablick auf die hohen Bergspitzen. Fahren Sie nach der Erkundung von Chitina bis zur Brücke über den mächtigen Copper River, wo man im Sommer Einheimische beim Lachs ernten mit traditionellen Fischrädern und Netzen beobachten kann.

Drei Tage im Park
Wer mehr Zeit zur Verfügung hat, kann die wichtigsten Straßen genauer erkunden und hat auch noch Zeit für einige Wanderungen. Eine Fahrt entlang der Nabesna Road bringt Sie in die entlegensten Winkel des Parks, wo man großartig Campen, Wandern und Tiere beobachten kann. Bei der Fahrt entlang der McCarthy Road können Sie ganz gemütlich eine ländliche Stadt Alaskas sowie die Kennecott Mines National Historic Landmark erkunden. Eine leichte Wanderung entlang des Root Glacier Trail bringt Sie ganz nah an die Geschichte heran und an den mächtigen Fluss aus Eis. Anstrengendere Wanderungen führen Sie zum Bonanza Berghang und den Jumbo Minen. Mit lokalen Guides kann man auch Gletscherwanderungen, Floßfahrten und Rundflüge. unternehmen

Weiterführende Informationen findet man auch auf der offiziellen Homepage des US National Park Service unter www.nps.gov/wrst

© Fotos Peter Buocz