Neuengland

Rhode Island: Amerikas kleinster Bundesstaat

Der Geburtsort des America's Cup

Trotz des irreführenden Namens handelt es sich bei Rhode Island um keine Insel. Doch da der kleinste US-Bundesstaat so viele hübsche Buchten hat und über großartige Strände verfügt, gab man ihm den Nickname „Ocean State“, obwohl streng genommen die Hälfte der Landesfläche aus Wäldern besteht.

Das Stückchen Land im Süden von Neuengland ist eng mit dem Ozean verbunden: Navigierten früher Handelsschiffe durch die schwierigen Gewässer des Rhode Island Sound, so sind es heute vor allem Segelyachten, die als weiße Farbtupfer die Buchten und kleinen Häfen schmücken. Manche behaupten gar, rund um das exklusive Städtchen Newport herrsche die größte Dichte an Segelbooten weltweit. Fest steht, dass in der idyllischen Narangansett Bay das Segelrevier liegt, in dem 1930 erstmals das berühmte Rennen um den America’s Cup stattfand. Fast alles dreht sich hier entsprechend um Luxus, Wohlstand, Renommée. Im Hafenbecken von Newport dümpeln die opulenten Statussymbole der High Society zu Dutzenden vor sich hin.

Spektakuläre Küste
„Ocean State“ lautet der Beiname von Rhode Island, dieses kleinsten und vielleicht auch feinsten unter allen 50 US-Staaten. Gerade einmal 80 Kilometer lang und 60 Kilometer breit ist dieser Flecken. Dass ihm der Atlantik dennoch mehr als 640 Kilometer Küste abtrotzt, grenzt an ein mathematisches Wunder und liegt an dem mehr als unregelmäßigen Uferverlauf. Die Küstenlandschaft ist wild zerfurcht, Landzungen ragen, immer schmaler werdend, weit hinaus ins Meer, dazwischen wechseln sich beliebte Strände mit zerklüfteten Felsufern. Keine Frage, dass sich der maritime Charakter des Staates auch in der Küche niederschlägt: Seafood-Fans erleben in den Restaurants von Rhode Island eine beeindruckende Vielfalt von Fisch und Meeresfrüchten.

Ein kleines Juwel vor der Küste ist Block Island, eine rund elf Kilometer lange Insel, die mit ihrer historischen Architektur, darunter zwei sehenswerte Leuchttürme, viele Besucher anzieht. Ein großer Teil von Block Island steht zudem unter Naturschutz.

Schon im 19. Jahrhundert bauten sich die reichsten Leute der USA entlang der spektakulären Küste Rhode Islands Sommerpaläste, die manches europäische Schloss in den Schatten stellten. Der Bundesstaat war aufgrund seiner landschaftlichen Schönheit, seiner geschützten Lage und seiner frühen Bedeutung als Handelsplatz prädestiniert als „Amerikas erste Sommerfrische“ für die ersten Superreichen des ganzen Landes.

Hier stehen die prächtigsten Villen Neuenglands, kolossale Ensembles, oft aus antiker Säulenarchitektur, vollgepackt mit Imitationen griechischer und römischer Skulpturen, auf Hochglanz poliertem Marmor und Stuckornamenten aus Blattgold. Vieles, was Neuenglands Charme ausmacht, verdichtet sich in Rhode Islands prachtvollen Zeugnissen aus vergangenen Tagen.

Tolerante Stadt
Nicht wenige der in ironischem Understatement „Cottages“ genannten Luxusanwesen sind inzwischen Museen und als solche öffentlich zugänglich. Rhode Island lebt längst zu einem großen Teil vom Tourismus und lässt seine Besucher ausgiebig an seiner historischen Pracht teilhaben. Einige der Häuser sind mit antiken Möbeln ausgestattet, zeigen Kunst- oder Porzellansammlungen oder stellen teures Glas oder Silberbesteck zur Schau. Das Marble House der Vanderbilts, die Elms Mansion des Kohlemagnaten Edward J. Berwind oder das John Browne House Museum sind einzigartige Anwesen. Newport verfügt darüber hinaus über eine hübsche, gut erhaltene Altstadt.

Ähnlich attraktiv, wenn auch aus anderen Gründen, ist Providence, die Hauptstadt von Rhode Island. Hier herrscht ein angenehmes und tolerantes Geistesklima, zu dem vor allem die renommierten Universitäten beitragen. Seit jeher ist Providence Fluchtpunkt von Freidenkern gewesen. Das kulturelle Klima des kleinen Staates ist daher beispielhaft kosmopolitisch. Nirgendwo ist Rhode Island wirklich provinziell, auch aus dem abgelegensten Dorf ist man in einer halben Stunde in der nächsten Stadt. Wie man sich aufgrund seines gesellschaftlichen Glanzes unschwer vorstellen kann, ist der politische Einfluss von Rhode Island weit größer, als es sein winziges Territorium vermuten lässt.

Lage und Größe
Rhode Island grenzt im Süden an den Atlantischen Ozean, im Westen an Connecticut und im Norden und Osten an Massachusetts. Mit einer Größe von 4.002 km² ist Rhode Island der kleinste US-Bundesstaat. Die Wasserfläche nimmt 1.295 km² ein, das entspricht etwa einem Drittel der Staatsfläche.

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Einwohnerzahl
In Rhode Island leben 1,05 Millionen Menschen, 178.000 davon in der Hauptstadt Providence.

Anreise
Die Hauptstadt Providence liegt 290 km nordöstlich von New York City und 80 km südwestlich von Boston.

Klima
Rhode Island hat ein feuchtes Kontinentalklima mit vorwiegend Westwinden. Klimatische Unterschiede gibt es  zwischen Küstenbereichen und dem Landesinneren. Die monatliche Durchschnittstemperatur beträgt im Juli 22° C und im Jänner -2° C. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge beträgt jährlich etwa 1.170 mm. Wetterschwankungen sind sehr häufig und extreme Wetterbedingungen können rasch auftreten.

Indian Summer
Im Indian Summer kommt es darauf an, zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein. Um herauszufinden, wo das ist, bietet z.B. das „Foliage Network“ Informationen für alle Bundesstaaten an. Karten geben regelmäßig einen aktuellen Überblick über den Grad der Verfärbung. Übrigens: Der Begriff „Indian Summer“ bezeichnet auf Englisch zwar den wärmeren Zeitabschnitt im Herbst, das Phänomen der Laubverfärbung heißt jedoch „foliage“ oder „fall foliage“.
www.yankeefoliage.com

Durchschnittstemperaturen in Newport, Rhode Island in °C
Monat Jan Feb Mar Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Höchstwerte 4 4 8 12 18 22 25 25 22 17 11 6
Tiefstwerte -5 -5 -1 4 9 14 18 18 15 9 3 -2
Durchschnittstemperaturen in Newport, Rhode Island in °C
Monat Jan Feb Mar Apr Mai Jun
Höchstwerte 4 4 8 12 18 22
Tiefstwerte -5 -5 -1 4 9 14
Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Höchstwerte 25 25 22 17 11 6
Tiefstwerte 18 18 15 9 3 -2
Durchschnittstemperaturen in Providence, Rhode Island in °C
Monat Jan Feb Mar Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Höchstwerte 3 4 9 15 20 25 28 27 23 17 11 6
Tiefstwerte -7 -5 -1 4 9 14 18 17 13 6 2 -4
Durchschnittstemperaturen in Providence, Rhode Island in °C
Monat Jan Feb Mar Apr Mai Jun
Höchstwerte 3 4 9 15 20 25
Tiefstwerte -7 -5 -1 4 9 14
Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Höchstwerte 28 27 23 17 11 6
Tiefstwerte 18 17 13 6 2 -4

VUSA-Tipps für Rhode Island Besucher

Rhode Island packt jede Menge Leben in ein winziges Stückchen vom Paradies. Es mag der kleinste Staat der USA sein, aber auf ‘Little Rhody’ trifft das Sprichwort „klein aber fein“ zu.
So winzig dieser Staat auch sein mag, so großartig sind seine Strände. Die Möglichkeiten, mit Blick auf das Meer zu dinieren, sind ebenso zahlreich wie die wellenreitenden Surfer in der Narragansett Bay – ganz zu schweigen von den vielen eleganten Gästehäusern!

Newport
Was der alten Welt die Royals waren, waren und sind der neuen Welt die Großindustriellen – und im 19. Jahrhundert war Newport deren Spielplatz. Die Astors und die Vanderbilts ihrer Zeit überboten sich gegenseitig darin, ihre noblen Domizile mit funkelndem Kristall, glänzendem Gold und echtem italienischem Marmor auszustaffieren. Eine Besichtigungstour durch diese „Landsitze“, um deren Erhaltung sich heute die Preservation Society of Newport County kümmert, lässt das Goldene Zeitalter wieder zum Leben erwachen. Nicht weniger beeindruckend: Newports Cliff Walk, ein rund 5,5 km langer Fußweg über die Klippen der Atlantikküste, der die ehrfurchtgebietende Schönheit der Natur mit dem fesselnden Anblick dieser schlossgleichen Bauten verbindet.
www.gonewport.com

Providence
Rhode Islands kompakte Hauptstadt Providence ist eine der ältesten Städte in den Vereinigten Staaten. Sie wurde auf sieben Hügeln erbaut. Ihr Wohlstand vergangener Tage offenbart sich bei einem Spaziergang auf der historischen Benefit Street, vorbei an perfekt restaurierten stilvollen Häusern der Föderationszeit. Immer wieder magisch ist das WaterFire-Festival, das vom Frühsommer bis zum Herbst dauert. WaterFire ist einzigartig: nirgendwo anders auf der Welt gibt es vergleichsweise etwas, wie diesen Mix aus Musik und Feuer: 100 Leuchtfeuer schwimmen auf den drei Flüssen durch das Stadtzentrum von Providence. Der wohlriechende Geruch von hölzernem Rauch; das flackernde Licht des Feuers auf den bogenförmigen Brücken und die mit Fackeln beleuchteten Schiffe, die auf den Wasserstraßen fahren. Übrigens ist der Besuch dieses Festes kostenlos.
www.waterfire.org

Ausflug nach Block Island
20 Kilometer vor der Küste Rhode Islands liegt Block Island, auf der Reisende das Gefühl haben, in vergangene Zeiten zurück zu reisen. Hier gibt es weit mehr Fahrräder als Autos – zudem kilometerlange öffentliche Strände, erfrischend klares Wasser und spektakuläre Uferklippen. Das Tempo ist gemütlich, das Leben scheint so unkompliziert – Entspannung ist hier garantiert. Man erreicht die Insel mit der Fähre von Point Judith, RI, New London, CT oder Montauk, NY aus. Es ist kein Wunder, dass die Nature Conservancy die Insel zu einem “der 12 letzten schönsten Orte in der westlichen Hemisphäre“ ernannt hat.
www.blockislandinfo.com

Weitere Informationen
Ausführliche Informationen, Karten und Broschüren zu allen sechs Staaten
Neuenglands gibt es bei:
Discover New England
c/o Get It Across Marketing & PR
Neumarkt 33, 50667 Köln
Tel. +49 (0)221 4767 12 11
www.neuenglandusa.de
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