South Dakota

Weite Prärien, monumentale Steinskulpturen

Das Land der weiten Prärien mit den einst riesigen Büffelherden ist untrennbar mit dem kulturelle Erbe der freien Indianerstämme der Dakota, Lakota und Nakota-Sioux verbunden – auch mit dem traurigen Ende dieser Kultur: Wild Bill Hickock wurde hinterrücks beim Pokerspiel erschossen und Sitting Bull starb bei einem Handgemenge. Die rund 60.000 Indianer leben heute in Reservaten. Geblieben ist vom rauen und eher selten besuchten Bundesstaat eine reizvolle Mischung aus Flüssen, Hügeln, Felskuppen, Badlands und der Missouri River. Die Fahrt auf der wichtigsten Ost-West-Verbindung, der Interstate 90, führt zunächst von den flachen Weizen- und Sojabohnenfeldern im Osten, durch die steppenähnliche Prärie und die gespenstische Ödnis der felsigen Badlands – eine der touristischen Highlights des Bundesstaates. Zu Weltruhm gebracht hat es das Mount Rushmore National Memorial mit den mehr als 18 m hohen in Stein gehauenen Köpfen der vier Präsidenten George Washington, Thomas Jefferson, Theodore Roosevelt und Abraham Lincoln. Ein weiteres Highlight ist die imposante Hügellandschaft der „Black Hills“ – die von den Lakota Sioux als heiliges Gebiet verehrt wurde.

South Dakota Informationen

Lage und Größe
Mit einer Fläche von 199.731 km² ist es der siebzehntgrößte US-Bundesstaat. Der nahezu rechteckige Bundesstaat misst in der O-W-Ausrichtung 610 km, in der N-S-Ausrichtung 340 km. Im zentralen Norden gelegen, grenzt South Dakota an North Dakota im Norden, an Minnesota im Osten, an Iowa im Südosten, an Nebraska im Süden, an Wyoming im Westen und an Montana im Nordwesten. Das Dakota-Territorium wurde 1889 in zwei Teile – North und South Dakota – geteilt und wurden am 2. November 1889 der 39. und 40. Bundesstaat. Höchste Erhebung des Staates ist der 2.207m hohe Black Elk Peak (vormals Harney Peak) in den Black Hills. Benannt ist der Berg nach dem Medizinmann der Oglala-Lakota-Indianer, Black Elk.



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Einwohner
Mit knapp 884.000 Einwohnern rangiert der Bundesstaat an 46. Stelle aller US-Staaten. Größte Stadt ist Sioux Falls mit rd. 184.000 Einwohnern. Die Hauptstadt Pierre ist mit rund 14.000 Einwohnern die zweitkleinste US-Hauptstadt. Die Bevölkerung in South Dakota besteht aus 85,7% Weißen, 8,8% Indianern, 1,3% Afroamerikanern rund 2,7% Hispanics sowie anderen Ethnien. Die Bevölkerungsstatistik ergab im Jahr 2019, dass rund 40,7% aller Weißen Nachkommen deutscher Einwanderer sind. An zweiter Stelle rangieren weiße Nachkommen von skandinavischen Siedlern.

Anreise
Der Sioux Falls Regional Airport (FSD) auch als Joe Foss Field bekannt, ist der größte Flughafen des Bundesstaates. Flugverbindungen bestehen nach Denver, nach Los Angeles, nach Chicago O-Hare (mit United Express), nach Minneapolis-St. Paul (mit Delta) sowie nach Dallas-Fort Worth.

Klima
Sioux Falls liegt auf rund 450m Seehöhe und weist ein typisches kaltes Kontinentalklima mit mäßig viel Niederschlägen (630 mm) auf. Im Jahresdurchschnitt beträgt die Temperatur 7,4 °C. Im Januar fällt im Schnitt am wenigsten Niederschlag. Im Vergleich zum niederschlagsreichsten Monat Juni liegt die Differenz bei 86 mm. Zwischen dem wärmsten Monat Juli und dem kältesten Januar liegt eine Differenz von 32.9 °C

Durchschnittstemperaturen in Pierre, South Dakota in °C
Monat Jan Feb Mar Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Höchstwerte -1 2 7 16 21 27 32 31 24 16 7 -1
Tiefstwerte -12 -10 -4 1 8 13 17 16 9 2 -5 -11
Durchschnittstemperaturen in Pierre, South Dakota in °C
Monat Jan Feb Mar Apr Mai Jun
Höchstwerte -1 2 7 16 21 27
Tiefstwerte -12 -10 -4 1 8 13
Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Höchstwerte 32 31 24 16 7 -1
Tiefstwerte 17 16 9 2 -5 -11

Sehenswürdigkeiten

Black Hills
Bei den Lakota Sioux galt die imposante Hügellandschaft der „Paha Sapa“ als geheimnisvolles und heiliges Land, in dem der „Große Geist“ angebetet wurde. Als bei einer Expedition unter George Armstrong Custer 1874 Gold entdeckte, wurde den Indigenen das Land trickreich weggenommen. Landspekulanten und Siedler eroberten die einst heiligen Stätten. Im rund 200 km mal 105 km großen Park liegen neben dem Mount Rushmore Memorial (weitere Infos hier) auch noch andere Sehenswürdigkeiten. Generelle Informationen zur Region gibt es auf der Website www.blackhillsbadlands.com und im Visitor Center an der Ausfahrt 61 der I-90 in Rapid City

Historic Deadwood
Mitten im Indianergebiet entstand 1876 innerhalb weniger Monate in einer knapp 300 m breiten und mehrere hundert Meter tiefen Schlucht der Ort, der Goldgräber, Spieler und Glücksritter in Massen anzog. Innerhalb weniger Wochen stieg die Einwohnerzahl des Ortes, der wegen der vielen umgestürzten Bäume „Deadwood Gulch“ genannt wird, auf mehr als 5.000 an. Sherriff gab es keinen, Bürgermeister auch nicht. Als der Revolverheld James Butler „Wild Bill“ Hickok hinterrücks erschossen wird, spricht eine eilig zusammengewürfelte Jury das Urteil. Der Mörder kommt ungeschoren davon. Drei Jahre lang herrscht in der Stadt Anarchie. Bis im September 1879 ein Brand den Großteil des Ortes vernichtet. Schon einen Tag danach beginnen die Bürger mit dem Bau einer neuen Siedlung – diesmal mit Häusern aus Stein und einem gewählten Sherriff.

Heute bekommt man im 1.300-Seelen-Ort mit der hübsch restaurierten Altstadt die Geschichte der Goldgräber nacherzählt. Spielen kann man in einem der zahlreichen Casinos.

Deadwood ist auch in der Film- und TV-Geschichte häufig thematisiert worden. So gab es 2004 bis 2006 eine Fernsehserie mit dem Titel „Deadwood“. Natürlich war auch das Leben von Bill Hickok als Filmthema beliebt – unter anderem 1995 unter dem Titel „Wild Bill“ – mit Jeff Bridges. Auch das Leben der Westernheldin Calamity Jane wurde mehrmals verfilmt, unter anderem 1953 mit Doris Day mit dem Titel „Schwere Colts in zarter Hand“ („Calamity Jane“ im OT). www.deadwood.com und enjoydeadwood.com

Über die Geschichte des Ortes erfährt man hier www.deadwoodhistorylink.com

Custer State Park
Der 28.730 Hektar große Park ist wegen seiner steilaufragenden Felstürme und dem Needles Eye – einem spektakulären Felsfenster – bekannt. Die Landschaft hier gilt als eine der schönsten Naturgebiete der Region. Custer State Park, 13329 US Highway 16A, Custer, SD 57730, www.blackhillsbadlands.com/parks-monuments und gfp.sd.gov/custer-state-park/

Wind Cave National Park
Südlich des Custer State Pak befindet sich im Wind Cave Nationalpark eine der längsten Kalksteinhöhlen der Welt. Ein unterirdisches Labyrinth bizarrer Felsen und Formen. Es gibt Führungen wie etwa die historische Candlelight-Tour oder die Natural- Entrance-Tour. 26611 US Highway 385, Hot Springs, SD 57747, www.nps.gov/wica

Jewel Cave National Monument
Die Sehenswürdigkeiten in der drittlängsten Höhle (ca. 325 km lang) der Welt gelten als noch vielfältiger als in jener der Wind Cave. Auf Touren kann man einige der beeindruckendsten Teile über einfache Wege besuchen. 11149 U.S. Hwy. 16, Building B12, Custer, SD 57730, www.nps.gov/jeca

Mammoth Site
Die 1974 ausgegrabene Stätte gilt als größter Fundort von Präriemammut-Fossilien. Vor 26.000 Jahren war hier eine Wassersenke, in denen die Kadaver der Riesen-Elefanten gut erhalten blieben. Bis heute ist nur ein Teil der Ausgrabungsstätte erforscht. 1800 US 18 Bypass, PO Box 692, Hot Springs, SD 57747 www.mammothsite.org

Badlands National Park: siehe unter www.visit-usa.at/badlands-nationalpark

Sioux Falls
South Dakotas größte Stadt wurde 1856 gegründet und liegt am Big Sioux River, der zugleich auch die Lebensader der Stadt ist. Von mehreren Aussichtsplattformen kann man den Fluss mit seinen Wasserfällen beobachten. Im Sommer finden jeden Abend Sound-and-Light-Shows statt, die den Fluss ins Zentrum rücken.

Zu den interessanten Sehenswürdigkeiten zählt unter anderem das Center for Western Studies der Augustana University www.augie.edu/western-studies, das sich mit der Geschichte und Kultur der Plains Indianer beschäftigt. Ein Highlight ist auch das das Butterfly House & Aquarium im Sertoma Park, wo man 400 Schmetterlingsarten und unzählige Fische beobachten kann.  https://butterflyhouseaquarium.org/

Weitere Informationen: www.experiencesiouxfalls.com

Pierre
Die zweitkleinste amerikanische Hauptstadt eines Bundesstaats ist eine grüne Oase in Mitten der baumlosen Prärie. Zentrales Gebäude des Ortes ist das 1910 fertiggestellte South Dakota State Capitol mit einer prächtigen Marmortreppe. Die Sensation ist aber der Blick auf den See, auf dem im Frühling und im Herbst tausende Zugvögel einen Halt einlegen. South Dakota State Capitol, 500 E Capitol Ave boa.sd.gov

Die bedeutendste Sehenswürdigkeit ist jedoch das South Dakota Cultural Heritage Center, das in eine Felswand über dem Missouri River gebaut wurde. Das Dach ist von Präriegras überwuchert. Thema des Museums ist die Geschichte der Sioux-Stämme sowie die ethnischen Wurzeln der weißen Siedler im Bundesstaat. history.sd.gov/museum

In unmittelbarer Nähe befindet sich der viertgrößte Stausee der USA, der Oahe Dam am Missouri River, 20207 SD Hwy 1804, Pierre, SD 57501, sdmissouririver.com

Das Dorf Pine Ridge (knapp 3.500 Einwohner) im Südwesten – an der Grenze zu Nebraska – liegt in Mitten des zweitgrößten US-Indianerreservats Pine Ridge Reservation der Oglala-Sioux. Mit einer Arbeitslosigkeit von 85% leben fast 40% der Bevölkerung hier unter der Armutsgrenze. Die Lebenserwartung der Männer liegt hier bei knapp über 50 Jahren, die der Frauen bei knapp 55. Ein trauriger Rekord in der westlichen Hemisphäre. Der Großteil der Oglala-Sioux lebt von Subsistenzwirtschaft. oglalalakotanation.info

Am 29. Dezember 1890 wurden am Wounded Knee (32 km nordöstlich von Pine Ridge) fast 300 Oglala-Sioux von Soldaten der US-Kavallerie massakriert. Ein Gedenkstein – 16 km östlich des Dorfes – erinnert an dieses Massaker.

Im Red Cloud Heritage Center – auf dem Gelände der Red Cloud Indian School – kann man das Grab von Chief Red Cloud sowie verschiedene Objekte und zeitgenössische Kunst der Indianer besichtigen. Red Cloud Heritage Center, 7 km nördlich vom Red Pine Village am Highway 18, www.redcloudschool.org

1973 kam es in der Ortschaft Wounded Knee zu einem Zwischenfall mit Folgen: Aktivisten des American Indian Movement (AIM) besetzten den Ort, weil sie ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Stammesvorstand Dick Wilson durchsetzen wollten. Im armen Reservat kam es zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen, die 1975 mit einer Schießerei mit mehreren Toten, darunter zwei FBI-Agenten sowie einen AIM-Aktivisten, gipfelte. Am Ende wurde in einem international umstrittenen Verfahren der AIM-Aktivist Leonard Peltier als einziger Angeklagter zu lebenslanger Haft verurteilt. Zahlreiche Filme wurden zu diesem Thema gedreht – darunter auch der Spielfilm „Halbblut“ (Thunderheart) von Michael Apted. Apted drehte zudem auch noch den Dokumentarfilm „Incident at Oglala“, der sich ebenso mit diesen Ereignissen beschäftigt. friendsofpineridgereservation.org

Mitchell
Die Kleinstadt in Mitten des fruchtbaren James River Valley gilt als „Landwirtschafts-Kapitale“ des Staates. Weltweit bekannt ist der Ort wegen des Corn Palace, einer maurisch-aussehenden Halle mit Kuppeln, Minaretten und Lauben. Der seltsame Bau wurde 1921 anlässlich der „Corn Belt Exposition“ errichtet und wird alljährlich von Künstlern neu dekoriert: Aus Mais und Gras werden Wandbilder mit typischen Darstellungen der Umgebung geschaffen. Die Tradition dieser Kunstwerke geht bis ins Jahr 1892 zurück. Der Ort rühmt sich, weltweit den einzigen Maispalast zu haben. 604 N Main St, Mitchell, SD 57301, cornpalace.com

Wall
Der kleine Ort ist seit 1936 ein Besuchermagnet am Highway 90. Die Idee lieferte der Apotheker Ted Hustead, der am Highway Werbeschilder für kostenloses Eiswasser aufstellte. In Folge kam ein ganzer Schilderwald hinzu, der sich mittlerweile auf den gesamten Highway 90 erstreckt. Die ehemals kleine Apotheke Wall Drug ist mittlerweile eine Shopping- und Entertainmentwelt, die alles rund um Wildwest- und Indianer vermarktet. Wall Drug, 510 Main St. www.walldrug.com. Der kleine Ort ist auch das Gateway zu den Badlands www.wall-badlands.com

Wer sich mehr für die Umwelt und Ökologie als für Shopping und Entertainment interessiert, sollte dem Visitor Center des Buffalo Gap National Grassland einen Besuch abstatten. Das Grasland erstreckt sich bis Nebraska. Das Visitor Center befindet sich in Wall, 708 Main St., www.fs.usda.gov/nebraska

Weitere Informationen Über South Dakota gibt es auf den Websites

www.travelsouthdakota.com und www.travelsouthdakota.com

Den South Dakota International Guide finden Sie hier: digital.milespartnership.com/publication

Erkaltete Lavaströme & die Rockies

Idaho im Nordwesten der USA bietet vielfältige Landschaften mit abgelegenen Gebirgszügen, dichten Wäldern, kristallklaren Seen und tiefen Schluchten