Texas

Texas: Stolz, Freiheitsliebe und gewaltige Ausmaße

Der Lone-Star-Staat bietet viele Highlights

Der Staat Texas erstreckt sich über nahezu 1.600 km von Osten nach Westen. Die Ausdehnung von Norden nach Süden ist sogar noch größer. Texas ist damit nicht nur der zweitgrößte Bundesstaat nach Alaska, sondern mit 25 Mio. Einwohnern auch einer der bevölkerungsreichsten. Seine Vergangenheit als unabhängige Nation hat die Texaner bis heute zu stolzen und freiheitsliebenden Bürgern gemacht. Heute noch trägt die Staatsflagge den „Lone Star“, das Wappen der Republik.

Die riesigen Ausmaße des Bundesstaats scheinen eine Kultur der Übertreibung hervorgebracht zu haben. Den Texanern zufolge ist hier alles größer, besser und auch schöner als anderswo. Die Hörner der „Longhorns“, das Vermögen der Ölbarone, ja sogar die einstige Rolle des Dallas-Cowboy-Footballteams als „America’s Team“ sind Zeugnisse dieses Überlegenheitsgefühls. Ob dies gerechtfertigt ist, ist eine andere Frage: Widersprüche mögen die Texaner jedenfalls nur sehr ungern. Denn das Motto lautet schlichtweg. „Don’t mess with Texas“ („Fang keinen Ärger mit Texas an“).

Die Geschichte von Texas beginnt in Alamo, einer ehemaligen spanischen Mission und einem mexikanischen Fort. Als Siedler 1835 das Fort einnahmen, begann der Konflikt mit Mexiko, den schließlich eine Söldnerarmee unter Samuel Houston für sich gewann. 1836 wird Texas zur unabhängigen Republik. Das Staatsgebiet umfasste übrigens auch weite Teile des heutigen New Mexico, Oklahoma, Colorado und Wyoming. 1845 wurde Texas an die USA angegliedert, was erneut zu einem Krieg mit Mexiko führte. Erst 1848 gaben die Mexikaner auf. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann die Blütezeit der großen Viehtrecks. Riesige Herden von „Longhorns“ – jenen Rindern, die die Spanier einige Jahrhunderte zuvor in Amerika eingeführt hatten – zogen durch das Land.

Am Beginn der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam der zweite wichtige Wirtschaftszweig auf dem die texanische Wirtschaft baut, hinzu: Erdöl. Die Landwirtschaft und die Erdölindustrie haben großen Wohlstand hervorgebracht. Das sieht man an den ausgefallenen Läden und den teuren Restaurants ebenso wie an den exzellenten Museen in Houston, Fort Worth und anderen texanischen Städten. Diese locken heute ebenso wie das immer noch lebendige Bild der riesigen Weiten der Prärie immer mehr Besucher an. Ein Sonnenuntergang am unendlich weit entfernt scheinenden Horizont gehört zu den Impressionen, die man so schnell nicht vergisst.

Texas Informationen

Lage und Größe
Der Bundesstaat Texas liegt im mittleren Süden der USA und erstreckt sich über eine Fläche von 695.621 km² (das ist fast doppelt so groß wie die Bundesrepublik Deutschland). Texas teilt seine Grenze im Süden mit Mexiko. Daneben grenzt Texas an die Bundesstaaten New Mexico im Westen, nördlich an Oklahoma, nordöstlich an Arkansas und Louisiana im Osten.

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Einwohnerzahl
Mehr als 27,5 Mio. Menschen leben in Texas. Die Hauptstadt Austin hat 885.000 Einwohner. Die drei Städte Houston, San Antonio und Dallas haben alle mehr als eine Mio. Einwohner. Houston ist mit 2,1 Mio Einwohnern die größte Stadt des Landes.

Anreise mit dem Flugzeug
Texas verfügt über mehrere internationale Flughäfen. Die größten sind Dallas/Fort Worth (DFW), Houston (HOU) und Austin (AUS).

Klima
Trotz des generell milden Klimas variiert das Wetter in dem riesigen Bundesstaat ganz erheblich. Ideale Reisezeit ist der Frühling, dann sind die Tage angenehm kühl und die Wildblumen stehen in voller Blüte. Die Sommermonate sind sehr heiß und feucht. Es kann auch zu heftigen Regenfällen kommen. Ein sehr guter Reisemonat ist der Oktober, da die Temperaturen noch immer sehr angenehm, aber weitaus kühler als im Sommer sind Im Winter wird Texas häufig von Schneestürmen aus den Great Plains heimgesucht.

Durchschnittstemperaturen in Texas in °C
Monat Jan Feb Mar Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Höchstwerte 15 17 22 27 29 33 35 36 33 28 22 17
Tiefstwerte 4 6 11 16 19 22 23 23 21 16 10 5
Durchschnittstemperaturen in Texas in °C
Monat Jan Feb Mar Apr Mai Jun
Höchstwerte 15 17 22 27 29 33
Tiefstwerte 4 6 11 16 19 22
Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Höchstwerte 35 36 33 28 22 17
Tiefstwerte 23 23 21 16 10 5

Weitere Klimatabellen finden Sie auf den Folgeseiten bei den jeweiligen Zielgebieten.

Atemberaubendes Texas

In einem Staat mit solch einer riesigen Fläche ist es besonders wichtig, die Reiseroute möglichst genau zu planen. Texas bietet zwar eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten, zwischen diesen ist mitunter allerdings eine weite Strecke zurückzulegen. Der Bundesstaat erstreckt sich mit seinen Flusstälern, Wäldern, Prärien, Ebenen und herrlichen Stränden über rund 1.300 km in West-Ost-Richtung. Die großen Metropolen Dallas und Houston bieten einen interessanten Kontrast zum entspannten Charme der Hauptstadt Austin mit ihren Parkanlagen sowie zum historischen San Antonio mit seiner überwiegend hispanischen Kultur.

San Antonio: Das Historische Erbe von Texas
Im Jahre 1718 baute Spanien nahe eines indianischen Dorfes am südlichen Ausläufer des Texas Hill Country die Mission San Antonio de Valero (später „The Alamo“ genannt). Zum Schutz der Mission entstand das zugehörige Fort Presidio San Antonio de Bexar. Die heutigen Namen von Stadt und Land gehen auf die spanischen Ursprünge im 18. Jahrhundert zurück.
Wegen seiner wunderschönen Lage am Fluss gilt die Stadt als beliebtestes Fremdenverkehrsziel. Sehenswert ist der Riverwalk, la Villita – das kleine Dörfchen -, der Missions National Historical Park und natürlich die Mission Alamo. Wer Wild-West-Geschichte mag, sollte dem Buckhorn Saloon & Museum einen Besuch abstatten. Hier gibt es jede Menge Wildwest-Memorabilia.
Wichtige Veranstaltungen sind die Holiday River Parade und Lighting Ceremony, das Texas Folklife Festival, die San Antonio Livestock Show and Rodeo, die Starving Artists Show in La Villita und entlang des River Walk sowie die Fiesta San Antonio.
San Antonio ist außerdem berühmt für seine exzellenten Golfplätze.

Houston: die Metropole von Texas
Benannt ist die Stadt nach Sam Houston, dem General der texanischen Armee, die die Unabhängigkeit von Mexiko erkämpfte, und dem Präsidenten der Republik Texas. Die Stadt erlebte ein phänomenales Wachstum, seitdem die Gebrüder Allen im August 1836 einen kleinen Anleger für Flussdampfer am Buffalo Bayou errichteten. Houston liegt an der I-10, einem Abschnitt des Ports-to-Plains Highway.
Sehenswert ist die Menil-Collection – eine Kunstsammlung des 1997 verstorbenen Philantropen Dominique de Menil, der vor allem die Surrealisten Rene Magritte und Max Ernst schätzte. Eine besucherfreundliche Attraktion ist das Space Center Houston, das alle seit 1965 bemannten US-Raumfahrtmissionen begleitet hat. Hier kann man Raumanzüge anprobieren, echtes Mondgestein anfassen und Raumschiffe wie die der Mercury-, Gemini- und Apollo-Programme inspizieren.
Houston verfügt zudem über den größten klimatisierten Indoor-Fußgängertunnel mit Geschäften und Restaurants.
Wichtige Veranstaltungen sind Freedom Over Texas, die Houston Livestock Show and Rodeo und das Houston International Festival.

Dallas: Die neuntgrößte Stadt der USA
1841 nahm John Neely Bryan dieses Gebiet in Besitz und baute eine einsame Blockhütte. Er hatte die Vision, ein Handelszentrum aufzubauen, das sich die Weite des Landes und den Fluss zunutze macht. Mit dem Bau der Eisenbahn Mitte der 1870er Jahre entwickelte sich Dallas zu einem pulsierenden Wirtschaftsstandort und Handelszentrum. Der Einfluss französischer, deutscher, schweizerischer und englischer Einwanderer – gut ausgebildet und kultiviert – verlieh Dallas ein in der Grenzregion einmaligen kosmopolitischen Flair. Dallas hat pro Kopf mehr Shopping Center als jede andere Stadt der USA und ist die Heimat des ältesten amerikanischen Shopping Centers, dem Highland Park Village. Der tägliche Dallas Farmers Market in Downtown ist einer größten Open-Air-Märkte des Landes.
Mindestens ein Dutzend Vergnügungsviertel sind rund um Downtown zu finden.

Das Dallas City Parks and Recreation Department bietet ganzjährige verschiedene Indoor- und Outdoor-Aktivitäten in den zahlreichen Einrichtungen und Parks der Stadt.

Fort Worth: Dallas ruhige Nachbarstadt
Im Gegensatz zum protzigen Nachbarn Dallas ist das 40 km östlich davon gelegene Fort Worth klein, ruhig und bodenständig. Am 16. Juni 1849 errichtete Brevet Major Ripley Arnold den Militärposten Camp Worth an den Ufern des Trinity River, wo West und Clear Forks zusammenfließen. Der Außenposten wurde nach dem kürzlich verstorbenen Kommandanten von Ripley Arnold benannt, dem mexikanischen Kriegshelden General William Worth. Die Siedlung wuchs und gedieh, lange nachdem ähnliche Städte mit dem Staub der abziehenden Pioniere verschwanden. Die Viehwirtschaft war tonangebend für die nächste Generation, die in den 1860er und 1870er Jahren den Fort Worth-Zweig des historischen Chisholm Trail bewirtschaftete. Im Saloon-Viertel Hell’s Half Acre, dort wo sich heute der Sundance Square in Downtown befindet, vergnügten sich die Cowboys beim Spiel, bevor sie das Vieh nach Kansas trieben.
Heute präsentiert Fort Worth, die Nummer 16 unter den größten Städten des Landes, ein völlig anderes Bild. Die Stadt nennt sich selbst „City of Cowboys and Culture“ und beeindruckt mit erstklassigen Museen, Kunstgalerien, Theaterdarbietungen, Konzerten, Oper und Ballett sowie einem ganzjährigen Rodeo und dem einzigen zweimal täglich stattfinden Viehtrieb der Welt.
Fort Worth hat verschiedene Vergnügungsviertel, in denen die Besucher das Erbe des Wilden Westens bestaunen sowie Kunst, Shopping, Nachtleben und Restaurants erleben können. Wichtige Veranstaltungen sind die Southwestern Exposition und Livestock Show and Rodeo, das Main Street Fort Worth Arts Festival, das Mayfest und die Frontier Fort Days, das Red Steagall Cowboy Gathering und Western Swing Festival sowie das Lone Star Film Festival.

Austin: Die Hauptstadt
1839 machten sich Kundschafter auf die Suche nach einem großen Landstrich unberührter Natur, auf dem die neue Hauptstadt der Republik Texas entstehen sollte. Sie wählten eine Stelle am Colorado River mit einer aus vier Familien bestehenden Siedlung. Den ursprünglichen Namen, Waterloo, änderten sie zu Ehren des „Vaters von Texas“ Stephen F. Austin. Im September 1839 wurden die Archive und Einrichtung der Republik auf 50 Ochsenkarren von Houston nach Austin gebracht.
Heute rühmt sich die Stadt als „Welthauptstadt der Live-Musik“. Austin hat mehr als 250 Clubs mit Live-Musik verteilt auf die ganze Stadt. Das Ansehen der Stadt in der Welt der Musik wird nicht zuletzt durch die South by Southwest Music, Film and Interactive Conferences im März und das Austin City Limits Music Festival im Oktober gefestigt.
206 Parks mit über 67 Quadratkilometern Fläche laden zu Outdoor-Aktivitäten ein. Eine beliebte Annehmlichkeit ist der leichte Zugang zu Wander- und Radwegen sowie Mountainbike-Strecken. Auch Paddeln, Bootsfahrten, Fischen und Vieles mehr kommen nicht zu kurz.

Im Angebot sind außerdem Städtetouren per Fahrrad, Zug, Segway, Pferdekutsche und Boot oder zu Fuß. Ausführliche Informationen finden Sie unter www.austintexas.org.

Austin ist Ausgangspunkt für den Presidential Corridor über die U.S. 290, die Texas 21 und die Texas 6, die die George Bush Presidential Library mit der Lyndon Baines Johnson Library and Museum verbinden.

Big Bend National Park: Die wilde Grenzregion

Der 3.242 km² große Big Bend National Park im südwestlichen Texas (an der Grenze zu Mexiko) stellt eine der ursprünglichsten und einsamsten Gegenden der USA dar. Den Namen verdankt der Park der 90-Grad-Biegung des Grenzflusses Rio Grande, ehe er in den Golf von Mexiko mündet. Der Park bietet für jeden Geschmack etwas: es gibt 500m tiefe Canyons, die kiefernbewachsenen Chisos Mountains und zahlreiche Schluchten, Wüsten und Flüsse. Ebenso einzigartig sind die Flora und die Fauna der Region. Das Schöne am Big Bend National Park ist die perfekte Mischung aus atemberaubender Landschaft, Wild West-Nostalgie und mehr als einem texanischen Original, das man mit eigenen Augen gesehen haben muss, um es zu glauben.

Big Thicket National Preserve:

Das Naturschutzgebiet ist eine einzigartige Mischung aus Bergen, Ebenen, Sümpfen und Wäldern, in denen sich 15 verschiedene Lebensräume befinden –darunter auch maritime. Das Gebiet umfasst eine Fläche von 393 km2 und befindet sich an der Grenze zu Louisiana. www.nps.gov/bith

Aransas National Wildlife Refuge

Während sich Sonnenanbeter im Winter an den Stränden der Golfküste tummeln, treffen sich Vogelliebhaber weiter landeinwärts: im rund 290 km² großen Aransas National Wildlfe Refuge, das 1937 zum Schutz der Wildvogelpopulationen an der Küste von Texas gegründet wurde. Neben den Vögeln kann man hier auch Gürteltiere, Alligatoren, Wildschweine, Kojoten und Hirsche sehen. Aransas ist sehr vielfältig: von den Marschlands, das von den Gezeiten bewässert wird bis hin zum türkisfarbenen Wasser der San Antonio Bay reicht das Spektrum. www.fws.gov/ aransas

Padre Island National Seashore

Die schmale Sandbank Padre Island, die von Corpus Christi 177 km weit bis zur mexikanischen Grenze reicht, wird an ihrem Nord- und Südende von Ferienorten umgeben. Die mittleren 105 km wurden zur National Seashore erklärt. Hier gibt es kaum Straßen und wenig Infrastruktur, aber unberührte Strände. Die Region eignet sich hervorragend zum Surfen, Schwimmen, Wandern und Angeln. Padre Island gehört mit fast 800.000 Besuchern jährlich zu den beliebtesten Ferienzielen des Landes. Vor allem in den Ferien im Frühjahr (Spring break) feiern Studenten aus dem nördlichen mittleren Westen hier das abgeschlossene Studienjahr mit Partys. www.nps.gov/pais

Weitere Informationen über Texas. www.traveltexas.de