Kalifornien

Death Valley: Orte der Extreme

Amerikas tiefstliegendster Punkt fasziniert

Das Death Valley ist die Wüste der Extreme: Am heißesten, trockensten und am tiefsten. Die Superlativ-Wüste wartet mit leuchtenden Sanddünen, schneebedeckten Bergen, vielfarbigen Gesteinsschichten, Wasserdurchfluteten Schluchten und 12.000 km² Wildnis auf. Sie ist die Heimat des Stammes der Timbisha Shoshone sowie von Tieren und Pflanzen, die einzigartig sind für diese Welt der Extreme.

Die Entstehung des Death Valley begann vor etwa 3 Mio. Jahren, als Kräfte im Erdinneren die Oberfläche in Blöcke brachen und ein abwechselndes Berg- und Talmuster schufen. Während der Eiszeit bildeten sich Seen im Bassin. Dabei hinterließen sie verschiedene Schlammschichten und große Salzablagerungen, die sogar heute noch sichtbar sind. Indigene leben bereits seit 9.000 Jahren in diesem Gebiet und nannten die Region „Ground Afire” (übersetzt: „in Flammen stehender Boden“). Den eher unheimlichen Namen „Tal des Todes“ erhielt die Region erst vor relativ kurzer Zeit: Als 1849 eine Gruppe von Pionieren und Goldsuchern von Salt Lake City aus aufbrach, um den alten spanischen Weg entlang nach Kalifornien zu ziehen, erreichten die Teilnehmer nach mehrmaliger Trennung auf der Suche nach Abkürzungen völlig erschöpft – aber lebendig – ihr Ziel. Sie benannten die Gegend „Death Valley“, nahmen jedoch mehr in Bezug auf das öde und einsame Landschaftsbild. Trotz der mühseligen dreimonatigen Reise kam es nur zu einem Todesfall innerhalb der Gruppe.

Das Tal beeindruckt durch sein spektakuläres, farbenfrohes Ödland, der Kulisse mit den schneebedeckten Bergen und den Sanddünen und Canyons. Regenwolken kommen hier nur höchst selten vor. Wenn es dann tatsächlich einmal regnet, verwandelt sich die Wüste in einen blühenden Garten. Trotz der widrigen Umweltbedingungen findet man mehr als 1.000 verschiedene Pflanzenarten im Park. Sie konnten sich an die hiesigen Klimaverhältnisse anpassen. Sobald die Sonne untergeht, fallen die Temperaturen aufgrund der trockenen Luft recht schnell. Im Juli erwärmt sich die Wüste auf bis zu 47°C – trotzdem kommen hier fast eine Million Besucher her. Sie nehmen zumeist die rund 210 km lange Straße durch den Nationalpark.

Zur Jahrhundertwende fand man im Gebiet des Death Valley das Mineral Borax. Die Borax Company baute damals die Straßen, auf denen die legendären aus 20 Maultieren bestehenden Teams bis zu 40 Tonnen schwere Wagenladungen zogen.

Death Valley National Park Informationen

Lage und Größe
Der Death Valley National Park liegt in der Mojave-Wüste, östlich der Sierra Nevada, zum größten Teil auf dem Gebiet Kaliforniens und zu einem kleineren Teil in Nevada. Der tiefste Punkt des Tales liegt 85,95 Meter unter dem Meeresspiegel. Der Park erstreckt sich über eine Fläche von 12.000 km².

Große Karte anzeigen

Anreise:

  • Die Hauptstraße, die durch den Death Valley National Park von Ost nach West verläuft, ist der California Highway 190.
  • Auf der Ostseite in Nevada, verläuft die US 95 von Nord nach Süd parallel zum Park mit Anschluss an den Highway in Scottys Junction (SR 267), Beatty (SR 374) und Lathrop Wells (SR 373).
  • Von Westen kommend, führen die SR 14 und US 395 nach Ridgecrest, Kalifornien, von wo aus die SR 178 in östlicher Richtung in den Park führt. Weiter nördlich auf dem Highway 395 in Olancha führt der Hwy 190 in den Park, oder nördlich bei Lone Pine, Kalifornien, wird der Hwy 136 ebenfalls zum Highway 190, der in östlicher Richtung in den Park führt.
  • Im Süden des Parks verläuft die I 15 durch Baker, Kalifornien. Die SR 127 führt nördlich von Baker nach Shoshone und zur Death Valley Junction. Von Shoshone führt die SR 178 in den Death Valley National Park und von Death Valley Junction der Hwy 190.

Von Las Vegas

  • Von der Interstate 15 Süd, Ausfahrt auf Hwy 160 West
  • dann 96 km nach Pahrump, Nevada. Links auf die Bell Vista Road (5 km nördlich von Hwy 372) abbiegen
  • weitere 48 km zur Death Valley Junction, Kalifornien. Rechts abbiegen auf den Hwy 127
  • etwa 100 Meter, dann links auf den CA Hwy 190 abbiegen
  • Nach ca. 50 km erreicht man das Furnace Creek Visitor Center

Öffnungszeiten und Saisonzeiten
Furnace Creek Visitor Center & Museum
Das Besucherzentrum ist täglich von 08:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet.
Es befindet sich im Furnace Creek Gebiet am California Hwy 190. Furnace Creek ist 48 km von Death Valley Junction und 38 km von Stovepipe Wells Village entfernt.

Eintrittspreise
Mit dem Fahrzeug USD 25 für 7 Tage. Diese Genehmigung erlaubt es allen Insassen eines nicht kommerziellen Fahrzeugs den Park innerhalb von 7 Tagen unbeschränkt zu besuchen.
Motorradfahrer bezahlen USD 20 für 7 Tage.
Personen, die den Park zu Fuß oder mit Fahrrad betreten, bezahlen USD 12 für 7 Tage unbeschränkten Zutritt.

America the Beautiful Annual Pass
Der Jahrespass kostet USD 80 und erlaubt ab Kaufdatum für ein Jahr den Besuch von über 2.000 US-Bundes-Erholungsgebieten und Nationalparks. Die Eintrittsgebühr gilt für den Fahrer und alle Passagiere eines privaten, nicht kommerziellen Fahrzeugs (bzw. bis insgesamt max. 4 Erwachsene, wenn Eintrittsgebühren pro Person verlangt werden). Kinder unter 16 Jahren sind frei. Ab dem Besuch von mehr als 4 Nationalparks lohnt sich meist der Kauf des America the Beautiful Annual Pass.
Der Pass kann in vielen Geschäften in den USA gekauft werden und ist vorab auch bei verschiedenen Reiseveranstaltern erhältlich.

Campground
Der Furnace Creek Campground ist der einzige Campingplatz des National Park Service (NPS) im Death Valley, bei dem Vorausbuchungen über Internet/Telefon möglich sind. Reservierungen können nur für die Wintersaison vom 15. Oktober bis 15. April erfolgen. Furnace Creek Campground Buchungen sind bereits sechs Monate im Voraus möglich unter der Telefonnummer (001) 877-444-6777 und auf der Website www.recreation.gov. Gruppen-Campingplatz-Reservierungen können bereits 11 Monate im Voraus erfolgen. Der Campingplatz ist das ganze Jahr geöffnet. Im Sommer werden die Plätze nach dem Prinzip „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ vergeben. Der Platz liegt 60 Meter unter dem Meeresspiegel und verfügt über 136 Stellplätze mit Wasser, Tischen, Feuerstellen, Toiletten und Abwasserkanal.

Klima und Wetter
Das Death Valley ist in der Regel während des ganzen Jahres sonnig, trocken und klar. Die Winter, von November bis März, sind mild mit gelegentlichen Winterstürmen. Die Sommer hingegen sind extrem heiß und trocken. Die Sommer -Temperaturen erreichen häufig mehr als 48 Grad Celsius.

Durchschnittstemperaturen im Death Valley in °C
Monat Jan Feb Mar Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Höchstwerte 18 22 27 32 37 43 46 45 41 33 24 18
Tiefstwerte 4 8 12 17 22 27 31 29 24 17 9 4
Durchschnittstemperaturenim Death Valley in °C
Monat Jan Feb Mar Apr Mai Jun
Höchstwerte 18 22 27 32 37 43
Tiefstwerte 4 8 12 17 22 27
Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Höchstwerte 46 45 41 33 24 18
Tiefstwerte 31 29 24 17 9 4

Kleidung
Bequeme Kleidung, die auch gleichzeitig als Sonnenschutz dient und ein breiter Hut sind im Sommer unbedingt zu empfehlen. Der Winter erfordert wärmere Kleidung und leichte bis mittelschwere Jacken. Festes Schuhwerk ist das ganze Jahr über wichtig.

Wandern
Oktober bis April ist die beste Zeit zum Wandern. Die Temperaturen im Sommer können gefährlich sein, besonders in den tieferen Lagen. Auch im Frühjahr und Herbst kann die Hitze für viele Menschen unerträglich sein. Wanderungen auf dem Salzsee oder irgendwo unter dem Meeresspiegel sollten auf alle Fälle vermieden werden, vor allem wenn es heiß ist. Wanderungen in Niederungen werden nur in den Wintermonaten empfohlen. Die hohen Gipfel sind eine angenehme Abwechslung in der Hitze des Sommers, im Winter und Frühjahr sind sie meist mit Schnee bedeckt.

Einsamkeit ist normal im Hinterland des Parks, aber im Frühling und an Wochenenden sind oft viele Menschen auf den populären Wanderrouten unterwegs.

Einige der einfacheren Touren sind der „Golden Canyon Interpretive Trail“ mit knapp 2 km Länge, die „Badwater Salt Flat“ Tour (ca. 8 km), der „Mesquite Flat Sand Dunes“ Trail, der ca. 3 km bis zur höchsten Düne führt. Mehr Infos zu den Wandertouren im Death Valley: www.nps.gov/deva/

Sehenswertes im Death Valley

Furnace Creek Area


Badwater Basin
ist eine surreale Landschaft mit riesigen Salzseen. Bei starken Niederschlägen kann sich hier ein See bilden. Bei heißem Wetter sollte man nicht auf die Salzflächen gehen! Das Badwater Basin ist 85 Meter unter dem Meeresspiegel gelegen und ist somit der tiefste Punkt in Nordamerika und einer der am niedrigsten gelegenen Orte der Welt.

Dantes View: Der schönste Aussichtspunkt im Park, 1524 Meter über dem Boden des Death Valley bietet sich hier ein herrlicher Rundblick. Die asphaltierte Zufahrtstraße darf nur von Fahrzeugen mit einer Länge von weniger als 7,5 Meter befahren werden.

Devil ’s Golf Course: Eine riesige Fläche aus Steinsalz, die durch Wind und Regen zu zackigen Spitzen erodiert ist. Dieser unglaubliche Wellenschliff gab ihm den Namen, denn „nur der Teufel könnte auf so einem holprigen Platz Golf spielen.“ Die unbefestigte Zufahrtsstraße ist nach Regenfällen häufig unpassierbar.

Harmony Borax Works: Ein wichtiger Ort in der Geschichte des Death Valley, der nach einem kurzen Spaziergang erreichbar ist. Der Harmony Borax Betrieb wurde durch den Einsatz von 20 Maultier-Teams berühmt, die Borax aus dem Death Valley zu den nahe gelegenen Gemeinden transportierten.

Artist’s Drive: Eine malerische Rundfahrt durch vielfarbige vulkanische und sedimentäre Hügel. Artist’s Palette ist besonders fotogen im späten Nachmittags-Licht. Die 15 km lange asphaltierte Einbahnstraße darf nur von Fahrzeugen mit einer Länge von weniger als 7,5 Meter befahren werden.

Zabriskie Point: Umgeben von einem Labyrinth an wild erodierten und farbenprächtigen Badlands, ist dies der spektakulärste und berühmteste Aussichtspunkt im Park. Der Zabriskie Point ist besonders während der Sonnenauf- und Sonnenuntergänge bei Fotografen beliebt. Der Aussichtspunkt befindet sich in der Nähe des Parkplatzes und ist gut ausgeschildert.

Scotty’s Castle Area

Ubehebe Crater: Ein massiver Vulkanausbruch vor ein paar hundert Jahren verursacht durch eine Mischung aus Lava mit einer Untergrundquelle, zerstörte die Stille des nördlichen Death Valley. Als sich Asche und Staub wieder gelegt hatten, blieb der 180 m tiefe Krater übrig. Obwohl er von der asphaltierten Straße aus gut sichtbar ist, können Wanderer, die den Kraterrand umrunden, weitere kleinere Krater entdecken.

Scotty ’s Castle: Die aufwändige Villa im spanischen Stil basiert auf der skurrilen Geschichte des Schwindlers Walter Scott, der seinen Herren, den Millionär Albert Johnson, dazu überredete in eine imaginäre Goldmine im Death Valley zu investieren und zudem dort einen Landsitz zu errichten. Johnson reiste ins Death Valley und Scott zeigte ihm die Umgebung (ohne Mine). Der Millionär durchschaute den Schwindel, war aber seinem Bediensteten nicht böse, da sich das trockene Klima positiv auf seine angeschlagene Gesundheit auswirkte und er vom Wortwitz seines Untergebenen begeistert war. Als der Millionär nach einem Monat gut gelaunt abreiste, stellte er die Zahlungen danach aber nicht ein. Vielmehr blieben die beiden Freunde und Johnson kam einmal jährlich in sein Schlösschen. Heute wird die seltsame Geschichte bei Führungen durch kostümierte Park Rangers lebendig nacherzählt.

Stovepipe Wells Area

Mesquite Flat Sand Dunes: Die Dünen von Mesquite Flat steigen sanft auf fast 30 Meter an. Am späten Nachmittag sorgt das einfallende Licht für Wellen und Muster. Der Morgen ist ein guter Zeitpunkt, um Spuren von nachtaktiven Tieren zu sehen. Das Mondlicht wirkt auf den Dünen fast magisch. Entdecker, die nachts unterwegs sind, sollten in der warmen Jahreszeit wegen Klapperschlangen sehr achtsam sein.

Panamint Springs Area

Father Crowley Vista: Eine Landschaft aus dunkler Lava und vulkanischer Asche, die plötzlich in den Rainbow Canyon übergeht. Der Weg östlich des Parkplatzes erlaubt die besten Ausblicke auf das nördliche Panamint Valley.

Death Valley Infos
Weiterführende Informationen über den Death Valley National Park sind auf der offiziellen Homepage des National Park Service unter www.nps.gov/deva zu finden.
Viele interessante Informationen über das Death Valley finden sie im englischsprachigen PDF Visitor Guide

© Fotos Paul Haselmayr