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Louisiana: Bewegende Momente der Geschichte in neuem Museum

In Louisiana eröffnet im Frühling 2021 ein neues Museum, das sich mit der Geschichte der Südstaaten und der Sklaverei beschäftigt.       

Louisianas Plantation Country zählt zu den schönsten und gleichzeitig geschichtsträchtigsten Regionen des Staates. Die Sklaverei als eines der dunklen Kapitel der US-Vergangenheit ist dabei unabdingbar mit der Gegend verbunden. Viele Plantagen erinnern heute in Ausstellungen und mit Führungen an die Geschichten und Schicksale jener Zeit. Auch Destrehan Plantation östlich von New Orleans gelegen und das neue 1811/Kid Ory Historic House, das im Frühjahr 2021 eröffnet wird, gehören dazu.

Der 8. Jänner 1811 markierte den Beginn eines der größten Sklavenaufstände nicht nur in der Geschichte Louisianas, sondern des ganzen Landes – dem „German Coast Uprising“, benannt nach dem Teil Louisianas am westlichen Mississippi-Ufer, an dem sich vornehmlich deutschsprachige Auswanderer niedergelassen hatten. Angeführt wurde die Revolte von einem jungen Sklaven namens Charles Deslondes. Die Rebellion nahm ihren Anfang auf der Plantage von Manuel Andry in St. John im Baptist Parish, genau dort, wo Besucher sich ab 2021 im neuen 1811/Kid Ory Historic House unter anderem über die folgenschweren Ereignisse dieses Tages im Winter 1811 aus erster Hand informieren können. Destrehan Plantation wurde zu einem der Schauplätze der Verhandlungen der über 150 Personen, die beschuldigt wurden, an der Revolte teilgenommen zu haben.

Zeugnisse dieser Zeit kann man in vielen Teilen Louisianas finden, das neue 1811/Kid Ory Historic House, eines der ältesten Gebäude in St. John, das Anfang dieses Jahr seine Pforten für Besucher öffnen wird, ist nur eines davon. Zwei bedeutungsvolle und doch sehr unterschiedliche Momente amerikanischer Geschichte haben sich an diesem Ort ereignet: 1811 floss im damaligen Andry House das erste Blut des Sklavenaufstandes, 1886 erblickte hier Edward „Kid“ Ory das Licht der Welt, der legendäre Jazzmusiker, Komponist und Posaunist.

Um diesen beiden historischen Ereignissen Tribut zu zollen, sind voraussichtlich ab Frühjahr 2021 im 1811/Kid Ory Historic House thematische Ausstellungen zu sehen, mit Informationstafeln, Antiquitäten, handgefertigten Instrumenten, Kartenmaterial, antiken Grammofonen und interaktiven Audio- und Videoeinspielern, sogar Orys Posaune ist hier ausgestellt.

Wer mehr über die Destrehan Plantation und das Leben und die Schicksale ihrer Bewohner erfahren möchte, kann dies bei einem Besuch auf der Plantage tun, die übrigens auch Teil des African-American Heritage Trail ist. Die Tour „Unheard Voices of the German Coast” gibt all jenen, die damals am Rande der Gesellschaft standen, eine Stimme, den Sklaven, deutschen Farmern, indianischen Ureinwohner und den Arkadiern. Im Miller-Haydel Museum auf dem Gelände der Plantage können Besucher außerdem eine thematische Ausstellung über den Aufstand von 1811 besichtigen, mit Bildern, historischen Dokumenten und einem Diorama.

Mehr Infos zu Louisiana: www.visit-usa.at/der-sueden/louisiana/ und www.louisianatravel.com

Museen: www.destrehanplantation.org, www.1811kidoryhistorichouse.com

Foto: Destrehan Plantation, Copyright: NOPC